Für den Hochwasserschutz:

Durch die Schlucht zur Baustelle?

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Eine Zufahrt durch die Krachenbergschlucht (Foto) zur Hochwasserschutz-Baustelle ist nach wie vor im Gespräch.

Landsberg – So viel steht fest: Die Lech-Ufermauern am Englischen Garten (West) und am Biergarten gegenüber (Ost) werden erneuert, weil der Hochwasserschutz nicht mehr garantiert ist. Nun geht es darum, das Vorhaben möglichst umweltschonend durchzuführen. Auch der Tourismus wird tangiert. Über einige Fragen besteht noch so viel Uneinigkeit, dass der Stadtrat die Planungen nur „zur Kenntnis“, aber nicht wie beantragt „zustimmend zur Kenntnis“ nahm.

Insbesondere bat er das Wasserwirtschaftsamt in Weilheim noch einmal um eine Überprüfung der Zufahrtswege auf der Ostseite. Möglicherweise führt der Weg der LKW bald doch durch die Krachenbergschlucht. Rein technisch sei das möglich, betonte Oberbürgermeister Mathias Neuner in der Stadtratssitzung am Mittwoch. 18 Prozent Steigung in der Krachenbergschlucht entspreche in etwa dem, was ein Lastwagen an der Alten Bergstraße bewältigen müsse.

Zuvor hatte Michael Siller (CSU), der Forstbeauftragte des Stadtrats, die Meinung vertreten, der Weg über die Krachenbergschlucht sei ein geringerer Eingriff. „Wir haben im Wildpark zu Spitzenzeiten fast 3.000 Besucher pro Tag. Da entgeht uns einiges“, monierte Siller.

Manuel Kocher, Projektleiter beim Wasserwirtschaftsamt für die Sanierung der Ufermauern, wies allerdings auf Schwierigkeiten bei einer Wegführung durch die Schlucht hin. „Wir kreuzen dann die Hochwasserentlastungsanlagen. Die erzeugen einen Abfluss bis zu 5,5 Kubikmeter pro Sekunde. So etwas kommt alle drei Jahre vor. Was ist, wenn ein derartiger Abfluss entsteht? Wenn die beiden Anlagen anspringen, wird das Material in den Lech gespült.“

Zwar gäbe es die Möglichkeit, eine Pionierbrücke der Bundeswehr einzusetzen, aber die Regierung von Oberbayern habe mitgeteilt, das sei für zivile Zwecke nicht möglich. Problematisch sei auch die Verkehrssicherung. Dennoch soll das Amt noch einmal prüfen, ob der Weg durch die Schlucht nicht doch möglich wäre.

Die Erschließung der Baustelle am Campingplatz vorbei (Kocher: „nicht über den Campingplatz“), die Rodelbahn und den Geh- und Radweg entlang des Lechs bis zum Parkplatz Klösterl halten mehrere Stadträte für problematisch. Allerdings muss nach Meinung des Wasserwirtschafts­amtes bei dieser Verkehrsführung der Lastwagen kein Wald gerodet und kein Weg verbreitert werden. Bislang sei ein Praxistest aber nicht erfolgt, räumte Kocher ein. „Das kann man auch mit dem Meterstab messen“, sprang der OB ihm bei. Michael Siller wies allerdings darauf hin, dass der anschließende Wiederaufbau des Weges aufwändig sei; er dürfte nach Abschluss der Maßnahme ziemlich ruiniert sein.

Auf der Ostseite geht es nur um eine Mauerlänge von 95 Metern. Aufgrund der örtlichen Gegebenheiten muss aber eine Arbeitsplattform aufgeschüttet werden – „die Sanierung geht nur von der Wasserseite aus“, so Kocher. Der Weg vom Campingplatz in Richtung Karolinenbrücke werde daher auf Höhe der Krachenbergschlucht aufs Wasser verschwenkt. Die Mauerhöhe solle gleichbleiben. Erwogen wird, die neue Betonmauer mit Naturstein zu verkleiden.

Bäume müssen weg

Auf der Westseite des Lechs, am Englischen Garten, funktioniert die Sanierung der 650 Meter langen Ufermauern nicht ohne Rodung. Betroffen sind 17 Bäume, davon sechs mit einem Stammumfang von mehr als 120 Zentimeter. Die bisherigen Mauern würden durch die Maßnahme nicht erhöht; auch ein vorgesehener Deich werde eher etwas niedriger geplant. Details stehen dazu noch nicht fest. Doris Baumgartl (UBV) regte auch hier eine Verkleidung mit Naturstein an.

Nächster Schritt ist das Planfeststellungsverfahren, an dem die Stadt förmlich beteiligt wird. Entscheidungsbefugt ist das Landratsamt als rechtliche Behörde – das Wasserwirtschaftsamt ist nur für die Technik zuständig. Und die Stadt wird letztlich auch nur „gehört“.

Werner Lauff

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