Herkomer sei Dank:

Museum mit Café am Lech

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Im Herkomer-Jahr 2014 soll das Herkomeranwesen wieder zugänglich sein. Das Museumscafé folgt bei entsprechendem Spendeneingang erst danach.

Landsberg – Sir Hubert von Herkomers Todestag jährt sich am 31. März 2014 zum 100. Mal: Landsberg gedenkt seines Ehrenbürgers im großen Stil, mit dem Herkomer-Jahr und einem Festakt im März. Bis dahin sollte das Herkomermuseum nach der Grundsanierung zumindest wieder­eröffnet sein.

Ob danach ein Café und eine zeitgemäße Museumsausstattung folgen werden, hängt ganz wesentlich vom Spendenaufkommen ab. Hier steht das am Mittwoch aus der Taufe gehobene Patronatskomitee in der Verantwortung.

Wie berichtet, hat der Stadtrat im Oktober vergangenen Jahres ein umfangreiches Sanierungskonzept für das Herkomeranwesen mit Mutterturm, Her­- komermuseum und Park abgelehnt – aus Kostengründen. Die Museumsleiterin wollte sich damit aber nicht abfinden. Sonja Fischer erinnerte daran, dass die Stadt nach der Satzung für die Herkomer-Stiftung „unterhaltspflichtig“ sei und von einer „freiwilligen Leistung“ keine Rede sein könne.

Geht der Finanzierungsplan der Referatsleiterin auf, dann müsste die Stadt in diesem Jahr 50000 Euro als Eigenanteil beisteuern. Hinzu kommen noch knapp 20000 Euro Personalkosten für einen Architekten im Hochbauamt, dessen Beschäftigungsverhältnis laut Stadtratsbeschluss verlängert wird.

Insgesamt stehen im ersten Abschnitt 212000 Euro zu Buche. Die Vorplanung der Museumskonzeption, die bauliche Grundsanierung – Dach Heiz-, Lüftungs- und Sicherheitstechnik – und die Vorplanung des Museumscafés sollen damit in diesem Jahr umgesetzt werden. Für 2014 und ‘15 sind weitere 437900 Euro erforderlich, um das Café mit Außenterrasse zu errichten, Restaurierungen durchzuführen und das Museum mit moderner Konzeption auszustatten. Hier ist die Stadt nach Fischers Plan mit 35000 Euro gefordert.

Abzüglich öffentlicher Förde­rungen (73000 Euro) bleiben somit 369900 Euro offen. Dieser Betrag soll nun aus Spenden finanziert werden. Derzeit seien knapp 125000 Euro eingegangen, wobei allein 120000 Euro von einer Einzelperson stammen. „Wöchentlich gehen weiter Beträge ein“, sagte Fischer. Das zeige, wie wichtig den Landsbergern dieses Museum ist, ergänzte Oberbürgermeister Mathias Neuner.

Ein vom Stadtrat jetzt gebildetes Patronatskomitee soll nun weitere Finanzmittel beschaffen, das Sanierungsprojekt in der Außenwirkung fördern und beratend tätig sein. An der Spitze des Komitees steht OB Neuner, weitere Mitglieder sind Kulturreferentin Sigrid Knollmüller, Museumsleiterin Sonia Fischer, Ex-Oberbürgermeister Franz-Xaver Rößle und Ex-Museumsleiter Hartfrid Neunzert. Vom Akquiseerfolg hängt ab, ob der zweite Sanierungsabschnitt überhaupt in Angriff genommen werden kann. Den Skeptikern im Stadtrat verpassten Bürgermeisterin Sigrid Knollmüller (CSU) und Ursula Schaller (SPD) ordentliche Breitseiten: Es sei kleinmütig, an der Spendenbereitschaft der Landsberger zu zweifeln, so die Kulturreferentin; Schaller empfand es als „schrecklich“, wie hier mit „buchhalterischer Mentalität“ wieder alles kleingeredet werde.

Wunschdenken?

In der Debatte ging es um die Frage eines Museumscafés. Bevor sie der Stadtrat mit einem deutlichen (24:2) „Ja“ beantwortete, hatten die UBV-Räte Dr. Reinhard Steuer und Christoph Jell ihre Zweifel geäußert. „Alles Wunschdenken, das wird wirtschaftlich nicht funktionieren“, prognostizierte Steuer, das werde sich dann wieder im Museumsbudget wiederspiegeln ergänzte sein Fraktionskollege. Für Museumsleiterin Fischer jedoch ist das Café ein „ganz wesentlich für die Attraktivitätssteigerung“ des Herkomeranwesens. Neben den Touristen eine der großen Zielgruppen für den Cafébetrieb seien Hochzeitsgesellschaften: 2011 zogen 150 Trauungen immerhin rund 2800 Gäste an den Mutterturm.

Wer für die Museumssanierung spenden möchte: Herkomerstiftung, Sparkasse Lands­berg-Dießen (BLZ 70052060), Konto 3004.

Toni Schwaiger

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