Raum für noch mehr Rational

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In dem Waldgebiet nördlich von Werk 3 (unten) möchte Rational seinen Montagebetrieb im Frauenwald erweitern.

Landsberg – Der Spezialist und Weltmarktführer für die thermische Speisenzubereitung in Profiküchen, die Rational AG, möchte am Haupt- sitz Landsberg weiter wachsen. Zwar stehen die strategischen Entscheidungen dazu im Aufsichtsrat unmittelbar bevor, doch schon jetzt gab es im Stadtrat ein positives Signal: Einstimmig sprach er sich für die Aufstellung eines qualifizierten Bebauungsplanes aus, der es Rational ermöglichen soll, den Montagebetrieb im Nordwesten des Frauenwaldes zu erweitern.

Im Mittelpunkt der baurechtlichen Betrachtung steht ein insgesamt 15,55 Hektar großes Areal direkt im Anschluss von Werk 3. Als größtes der Landsberger Rational-Werke war es im Frauenwald 2008 eröffnet worden. Vier Jahre später ging es dann um den Anbau eines Serviceteile-Lagers (6000 Quadratmeter), den man bewusst nicht an der Nord-, sondern an der Ostseite (siehe Luftbild) situieren wollte, um eine mögliche Erweiterung des Montagebetriebes nach Norden nicht zu „verbauen“. Das hatte man bereits bei der Bauleitplanung für Werk 3 ins Auge gefasst. Die Ansiedelung von Rational im Frauenwald sei unter der Prämisse erfolgt, dass „auch für die Zukunft Erweiterungsmöglichkeiten zur Verfügung stehen“, führt die Bauverwaltung dazu in der Beschlussvorlage aus. 

In den seit 2007 mit Baurecht bestehenden Gewerbequartieren Q7 und Q8 ist dieses Ansinnen mit Baurecht auf insgesamt 9,55 Hektar berücksichtigt. Da das aber für das laut Verwaltung „enorme Wachstum des Betriebes nicht ausreicht“, sollen jetzt weitere 4,5 Hektar Wald in „eingeschränktes Gewerbegebiet unter Berücksichtigung einer qualitätsvollen Freiflächengestaltung“ umgewandelt werden – mittels qualifiziertem Bebauungsplan“. Der am Mittwoch im Stadtrat gefasste Aufstellungsbeschluss ist der Start für das Verfahren dazu, betonte Stadtbaumeisterin Birgit Weber. 

Das für Rational vorgesehene Areal reicht vom Großsägewerk Ilim Timber im Westen bis zum „Industriegebiet Nord“ im Osten. Dort soll, so ist es schon jetzt in den Planungszielen vorgeschrieben, ein 40 bis 50 Meter tiefer Waldsaum erhalten bleiben. Diesem werde zudem waldstabilisierende Funktion zugesprochen, da im Rest-Frauenwald „erhebliche Windwurfgefahr“ bestehe. Entsprechend den benötigten Rational-Neubauten und -Erweiterungen ist Wald zu roden und „an anderer Stelle“ zu ersetzen, was laut Forstdirektor Dr. Gerhard Gaudlitz auch für die neu hinzukommenden 4,5 Hektar im Stadtgebiet möglich sei. 

Positiv beurteilt die Technische Bauaufsicht der Stadt in der Vorlage auch das Thema Verkehr. Durch die Anbindung an die A96 und B17neu verfüge der Gewerbepark Frauenwald über „schnelle und leistungsfähige Verkehrswege“. Dies wird sich noch im November insbesondere deshalb bewahrheiten, weil dann endlich der Lückenschluss zwischen Fahrenheit- und Franz-Kollmann-Straße erfolgen wird. Insbesondere der Schwerlastverkehr könne dann auf direkten Wegen von der Bundesstraße und der Autobahn in das gesamte Gewerbegebiet gelangen – und auch zu Rational Werk 3 samt Erweiterungsbau. 

Ausgezeichnet 

Unmittelbar vor der jüngsten Beschlussfassung im Landsberger Stadtrat ist die Rational AG von der WirtschaftsWoche zum „ideenreichsten deutschen Mittelständler“ gekürt worden. 3300 deutsche Unternehmen hatte zuvor die Unternehmensberatung Munich Strategy Group (MSG) im Auftrag des Wirtschaftsmagazins analysiert. Die Berater werteten Unternehmensdaten aus, sprachen mit Kunden, Branchenexperten und Geschäftsführern und nahmen schließlich 400 Unternehmen in die engere Wahl. Unter die Top 50 der ideenreichsten deutschen Mittelständler kam, wer sich durch ständige Neuheiten auszeichnet, von Wettbewerbern als innovativ angesehen wird und eine ideenfördernde Kultur etabliert hat. Auch wirtschaftliche Indikatoren wie Umsatz- und Gewinnwachstum gingen zu einem Drittel in die Bewertung ein. 

Die Rational AG überzeugte die Berater und ging letztlich als Gesamtsieger der Studie hervor. „Sie orientieren sich genau an dem, was Profiköche benötigen“, sagt MSG-Gründer Sebastian Theopold in der WirtschaftsWoche.

Toni Schwaiger

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