Der Standortbeschluss ist gefallen:

Das Museum auf dem Leitenberg ist machbar

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Ist und bleibt ein Museum: das ehemalige Jesuitenkolleg auf dem Leitenberg über Landsberg.

Landsberg – Der Stadtrat hat gestern Abend einstimmig beschlossen, das seit Jahren aufgrund fehlenden Brandschutzes geschlossene „Neue Stadtmuseum“ im Jesuitenviertel zu sanieren und weiterzuentwickeln. Mehrere Machbarkeitsstudien hatten zuvor belegt, dass die Weiternutzung des historischen Gebäudes möglich ist – ob durch einen externen Fluchtturm oder ein innen liegendes „druckbelüftetes Sicherheitstreppenhaus“ wird noch geprüft. Auch die Kosten der Sanierung stehen noch nicht fest.

So viele Plädoyers gab es im Stadtrat selten. Oberbürgermeister Mathias Neuner, Bürgermeister Axel Flörke, die Vorsitzende des Historischen Vereins, Sigrid Knollmüller, die Vorsitzende der Museumsfreunde, Ruth Sobotta, Stadtheimatpfleger Werner Fees-Buchecker und die geschäftsführende Gesellschafterin vom Planungsbüro LARS consult, Monika Beltinger, beschworen den Stadtrat geradezu, Grünes Licht für die weitere Nutzung des bisherigen Museumsgebäudes zu geben. Ähnlich hatten sich zuvor die „Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern“ und das „Bayerische Landesamt für Denkmalpflege“ positioniert.

Ausgangspunkt war die zwei Tage zuvor in der interfraktionellen Vorbereitung wiederholte Skepsis einiger Stadträte. Manche sprachen sich für einen Museumsneubau aus, andere wollten das Gebäude sogar für Wohnzwecke verkaufen. Ihre Einwände zerpflückte Axel Flörke in seiner Wortmeldung. Das Museum ist schlecht erreichbar? Die Besucher kommen trotzdem. Die Sanierung ist zu teuer? Wir werden es irgendwie nutzen, dann kommen die Kosten eh auf uns zu. Das Gebäude veräußern? Das wäre ein Ausverkauf staatlicher Kulturgüter.

Auch Ex-Kulturbürgermeistern Sigrid Knollmüller zeigte sich über solche Ideen geradezu entsetzt: „Das ist das einzige zentrale barocke Haus, das wir haben. Es ist Architekturgeschichte. Es ist Bildungsgeschichte. Es ist Religionsgeschichte. Es ist Stadtgeschichte.“

Gegner blieben stumm

Tatsächlich gab es offenbar außer der Ausübung fundamentaler Opposition kein Argument gegen die weitere Nutzung des Hauses als Museum. Zumal zuvor drei Planungsfirmen vier unterschiedliche Lösungen für die Verwirklichung des Brandschutzes aufgezeigt hatten. Deswegen plädierte auch LARS consult dafür, nun den Standortbeschluss zu fassen: „Sie haben dort im Jesuitenviertel eine ganz besondere Anlage. Sie sollten sie nutzen.“ Letztlich gab es dann am Mittwoch, nach allen Plädoyers, auch keine Diskussion mehr. Die Gegner vom Montag blieben stumm und stimmten zu.

Erstes großes Ereignis im „Landsberg-Museum“, so der Arbeitstitel, könnte im Jahr 2022 oder 2024 die sechsmonatige Landesausstellung „Räuber und Banditen in Bayern“ sein. Der Stadtrat ermächtigte Museumsleiterin Sonia Fischer mit großer Mehrheit, Verhandlungen darüber mit dem „Haus der Bayerischen Geschichte“ aufzunehmen. Allerdings müssen die Kosten für die Stadt, die mehrere hunderttausend Euro betragen könnten, noch präzisiert werden.

Werner Lauff

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