Satzung nicht "aufgeweicht"

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Der Stadtrat hat eine geplante Photovoltaik-Anlage auf einem Bürogebäude zwischen Mühlbach und Vorderanger abgelehnt. Der Grund: Altstadtschutz.

Landsberg – Der Bau-, Planungs- und Umweltausschuss des Stadtrats hat den Antrag auf Errichtung einer Photovoltaik-Anlage auf einem Bürogebäude zwischen Mühlbach und Vorderanger mit zehn zu drei Stimmen abgelehnt. Zwar wäre die Anlage unstreitig von keiner Seite sichtbar gewesen; die Angst vor einer „Aufweichung“ der Satzung war aber zu groß.

Die einen sagten: Diese Ausnahme können wir doch machen. „Lasst uns bitte den Bürger und nicht die Satzung in den Mittelpunkt stellen“, formulierte Wolfgang Neumeier (UBV) plakativ: „Wir treffen doch eine Einzelfallentscheidung.“ Und wenn er sich das „Konglomerat“ von Dächern in allen möglichen Formen ansehe, eine eher diffuse Landschaft, dann könne man in diesem Fall doch die Genehmigung erteilen. Moritz Hartmann (Grüne) argumentierte ähnlich: „Wenn man die geplante Photovoltaik-Anlage sehen will, muss man sie mit einer Drohne überfliegen.“ Außerdem könne man aus Richtung Mühlbach noch wirklich von einem „Altstadtblick“ sprechen. 

Reinhard Skobrinsky (BAL) räumte ein: „An sich geht das. Aber dann kommt der nächste und der übernächste und was machen wir dann?“ Deswegen sei es besser, von vorneherein hart zu bleiben. Auch Hans-Jürgen Schulmeister (Landsberger Mitte) sprach sich gegen die Ausnahmegenehmigung aus. In der Brust von Berthold Lesch (CSU) schlugen zwei Herzen, wie er sagte: Als Vorstand der Landsberger Energie-Agentur (LENA) sei er natürlich für Photovoltaik, als Referent für Städtebau folge er den Vorrednern.

Auch die Verwaltung wollte dem Altstadtschutz den Vorrang geben. In der Vorlage hatte das noch anders geklungen. „Wir müssen die Beschlüsse doch positiv formulieren“, erklärte OB Mathias Neuner. Aber auch die Beurteilung? Dort hieß es noch: „Eine Beeinträchtigung des historischen Stadtbildes und des geschützten Ensemblebereichs ist nicht zu erwarten. Die Genehmigung der Anlage wird daher grundsätzlich als möglich eingestuft“. 

Werner Lauff

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