Jugendbeirat und FFF jubeln:

Landsbergs Bekenntnis für den Klimaschutz

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Vorstufe zum kostenfreien ÖPNV: Spätestens in zwei Jahren soll das Ein-Euro-Ticket für die Landsberger Stadtbusse eingeführt sein.

Landsberg – So voll besetzt sind die Zuschauerränge im Stadtrat selten, erst recht mit Bürgern im jugendlichen Alter. Doch dieses Mal stand der Klimaschutz-Antrag des Jugendbeirats auf der Tagesordnung. Wie der Stadtrat darüber befinden würde, interessierte nicht nur Beiratsmitglieder, sondern auch Aktive aus der Bewegung Fridays-for-Future (FFF), denn der Antrag ist das Produkt monatelanger Arbeit beider Gruppierungen.

Die Stadt Landsberg soll, so eine der Forderungen, am Euro­pean Energy Award (EEA) teilnehmen. Dabei handelt es sich um ein europäisches Gütezertifikat für die Nachhaltigkeit der Energie- und Klimaschutzpolitik von Kommunen. Im Rahmen des EEA sollen CO2-Reduktionsziele definiert und umgesetzt werden. Künftig soll der Stadtrat die Klimafolgen aller Beschlüsse im Blick haben.

Weiter fordert der Jugendbeirat, dass die städtischen Liegenschaften und die Verwaltung bis zum Jahr 2030 klimaneutral ist und das Radwegenetz ausgebaut wird. Als Vorstufe zu einem kostenlosen ÖPNV soll inner­halb der nächsten zwei Jahre das Ein-­Euro-Ticket kommen. Städtische Wohngebiete sollen mit Öko­strom-Ladestationen ausgestattet, Solartechnik und Energiespeicher für alle Neubauten vorgeschrieben werden.

Ganz unten?

Im Stadtrat stieß der Antrag auf breite Zustimmung. Allerdings hatte der Jugendbeirat ihn nach Vorgesprächen mit den Fraktionen in einigen Punkten entschärft, um eine Mehrheit zu sichern. Das wiederum bedauerte unter anderem Wolfgang Weisensee (Landsberger Mitte). Er sah die Gefahr, dass Klimaschutzmaßnahmen „ganz unten auf der Prioritätenliste“ beziehungsweise in der Schublade landen.

Für die CSU begrüßte Christian Hettmer, dass man über den EEA-Prozess zu einer Priorisierung von Klimaschutzmaßnahmen kommen werde. So könne man das dafür vorgesehene Budget von einer Million Euro im Haushalt 2020 sinnvoll einsetzen. Alle Fraktionen pochten die möglichst schnelle Umsetzung konkreter Maßnahmen. OB-Kandidat Moritz Hartmann (Grüne) sprach in diesem Zusammenhang den Verkehr an. „Das ist eine Stellschraube, auf die wir Einfluss haben.“

Die Stelle des geforderten Klimaschutzmanagers wird bereits ausgeschrieben. Nach Darstellung von Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) werden derzeit noch Fördermöglichkeiten geprüft. Die Stelle wird aber selbst dann geschaffen, wenn es keine Förderung gibt. Der Antrag des Jugendbeirats wurde einstimmig angenommen.
Ulrike Osman

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