Krippe statt Tagespflege

Landsberger Stadtrat: Schließung der Großtagespflege

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Kinderkrippe statt Großtagespflege: Die Einrichtung am Hungerbachweg wird laut Stadtratsbeschluss geschlossen.

Landsberg – Neben Kinderkrippen, die allesamt ausgebucht sind, gibt es in Landsberg auch eine Großtagespflege am Hungerbachweg, in der 20 Kinder betreut werden sollten. Die wird nach einem einstimmigen Beschluss des Stadtrats vom vergangenen Mittwoch nun geschlossen; stattdessen entsteht an gleicher Stelle eine Kinderkrippe. Der Grund: „Wir konnten dem Anspruch nach qualitativ hochwertiger Betreuung nicht gerecht werden“.

Das liegt vor allem am Mangel an Tagespflegepersonen. An die stellt der Freistaat nämlich besondere Anforderungen. Eine staatliche Förderung erfolgt nur, wenn neben der pädagogischen Fachkraft alle weiteren Personen erfolgreich an einer Qualifizierungsmaßnahme zur Tagespflegeperson im Umfang von 160 Stunden teilgenommen haben. Außerdem steht in den Förderrichtlinien, dass die Betreuung der Kinder kurzfristig abgesagt werden muss, wenn die Fachkraft wegen einer Erkrankung nicht anwesend ist. Das war für die Eltern unbefriedigend; sie konnten sich auf die Betreuung ihrer Kinder nicht mehr verlassen.

Die Großtagespflege scheint aber auch noch weitere strukturelle Probleme aufzuweisen. „Es gibt keine Leitungsverantwortliche, das Personal arbeitet somit ohne Führung. Der Betreuungsvertrag wird auch nicht mit der Stadt geschlossen, sondern direkt mit der Tagespflegeperson“, erläuterte Karin Schürmann, die die Fach- und Dienstaufsicht über die städtischen Kindertageseinrichtungen ausübt, in der Stadtratssitzung.

Wenig förderlich

Aufgrund des Personalmangels und der damit einhergehenden Vertretungssituation habe zudem auch noch ein häufiger Wechsel der Bezugspersonen stattgefunden. Das sei für Kinder unter drei Jahren „kontraproduktiv und wenig förderlich“. Zudem habe die Bildungs- und Erziehungspartnerschaft mit den Eltern gelitten. Alle partizipativen Aspekte einer guten Zusammenarbeit wie Eingewöhnungs- und Entwicklungsgespräche hätten nicht oder lediglich sporadisch stattgefunden.

Mit der Auflösung der Großtagespflege und der Schaffung der Krippe würde wieder eine „verlässliche Betreuungsform“ eingeführt. Das Personal werde durch eine Leitung begleitet und unterstützt. Sowohl zielorientiertes und auch bedürfnisorientiertes Arbeiten mit den Kindern und Eltern werde wieder möglich.

Es könnten regelmäßige Teamsitzungen stattfinden. Das Personal setze sich aus pädagogischen Fach- und Ergänzungskräften zusammen. Der Betreuungsvertrag werde zwischen Träger und Eltern geschlossen. Und es gebe einen Elternbeirat, der sich aktiv beteiligen könne. Statt 20 können nun allerdings nur noch 12 Kinder betreut werden.

Zur Schaffung der räumlichen Voraussetzungen sind in den bisherigen Räumen ein Notausgang, die Verbindung zweier Räume zu einem Schlafraum und die Verlegung der Kabel für das Leitungszimmer erforderlich, ergänzte Schürmann. Die Kosten dafür belaufen sich auf 4.000 Euro.

Werner Lauff

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