Wo Fee und Meerjungfrau wohnen

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Wunderbare Gute-Nacht-Geschichten im Nimmerland: die American Drama Group bezauberte mit „Peter Pan“.

Landsberg – Adventszeit ist Märchenzeit. Mit einer wunderbaren Produktion des englischen Kinderbuchklassikers „Peter Pan“ von James Matthew Barrie in Originalsprache hat die American Drama Group die Zuschauer im vollbesetzten Stadttheater in eine phantastische Welt entführt, in eine Welt, in der man immer Kind bleiben darf.

Jeder kennt Peter Pan, den Jungen, der niemals erwachsen werden will. Auf einem Ausflug nach London treffen er und die winzige Fee Tinkerbell die Kinder Wendy und John (der kleine Michael wurde weggekürzt), weil sie heimlich den Gute-Nacht-Geschichten lauschen, die ihnen die Mutter erzählt.

Wendy (Erica Birtles) und John (Phil Bishop) fliegen mit nach Neverland („Nimmerland“), wo Peter mit den Verlorenen Jungs lebt. Wendy spielt die Mutterrolle für die einsamen Jungen, gemeinsam erleben sie Abenteuer mit Meerjungfrauen, Indianern und müssen sich gegen den bösen Piratenkapitän Hook (Alexander Falkowsky) wehren. Schließlich bekommen sie Heimweh und fliegen wieder nach Hause, Peter (Charlie Kerr), der sich weigert, bei Wendy zu bleiben, kommt ab und zu vorbei, vergisst sie aber schließlich. Als er sie Jahre später nochmals abholen möchte, ist sie erwachsen, hat eine Tochter, die an ihrer Stelle mit Peter Pan nach Neverland fliegt.

Mit einfachen Bühnenmittel und Lichtstimmungen zaubert die American Drama Group die verschiedensten Schauplätze auf die Bühne: aus Holzpodesten und großen Tüchern werden Kinderbetten, Höhlen, Felsen und sogar ein Piratenschiff. Auch die Darsteller (außer dem Protagonisten) schlüpfen in verschiedene Rollen, sind mal Kinder, Eltern, Piraten oder Meerjungfrauen und schaffen so ein stimmungsvolles Kaleidoskop. Doch bei aller Magie geht es auch aufregend zu: bedrohlich die Piraten-Szenen (obwohl Hook bei aller Bösartigkeit doch irgendwie lustig-sympathische Seiten hat) –und ja, es werden auch Piraten getötet – spannend das Auftauchen des tickenden Kro­- kodils und anrührend das Wiedersehen der Eltern mit ihren verloren geglaubten Kindern.

Durch die ausdrucksvolle und temperamentvolle Spielweise der gewohnt brillanten Darsteller dieser Truppe konnten auch die Kinder der Geschichte (mehr oder weniger) folgen, die mit der Sprache noch etwas überfordert waren. Hilfreich dabei war auch die Einbeziehung des Publikums bei, die Kinder mussten Tinkerbell mittels Händeklatschen retten, rutschten tiefer in die Sitze, als sie vom bösen Hook angesprochen wurden.

Ein überzeugender Appell an die Phantasie, ein Plädoyer, sich seinen Rest Kindlichkeit nicht von der Realität verschütten zu lassen, oder, um es mit den Worten Barries zu sagen „immer weiter an Feen zu glauben“. Ein idealer Gedanke für die Weihnachtszeit, die Zeit der Engel, der Zeit des Christkinds. Und an das glauben wir doch alle, oder?

Patricia Eckstein

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