Spielzeit 2020/2021 im Landsberger Stadttheater

Stadttheater Landsberg: Das Licht brennt noch

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Komplizierte Spielbetrieb-Planung: Stadttheaterleiter Florian Werner, hier in der Rolle des Sokrates.

Landsberg – Seit vergangener Woche dürfen die Masken bei Kulturveranstaltungen fallen – auch in Innenräumen. Dass die Planung eines Spielbetriebs für das Landsberger Stadttheater mit Kino, Konzerten und Theater dennoch eine Herausforderung ist, zeigte sich im Lagebericht von Theaterleiter Florian Werner in der letzten Sitzung des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses.

„Momentan dürfen wir 100 Personen einlassen“, startet Werner seinen Bericht. Und schon im ersten Satz zeigt sich das Problemwort: momentan. Denn welche Einschränkungen gelten werden, wenn der Spielbetrieb im Herbst wieder starten soll, steht in den Sternen.

Da aber Abstecher von externen Theatergruppen nicht von einem Tag auf den anderen angefragt und gebucht werden können, plane man mit den ‚momentan‘ geltenden Bedingungen, so Werner. Wie viel Sinn eine Kulturveranstaltung mache, wenn alle zwei Meter auf Abstand sitzen, müsse jeder selbst entscheiden. Die Rückabwicklung der abgesagten Veranstaltungen „hat uns aber gezeigt, dass die alle so schnell wie möglich wieder loslegen wollen“. Zudem habe er den Auftrag, ein Kulturprogramm für die Bürger zu gestalten. „Ein Auftrag, den wir auch in diesen schwierigen Zeiten wahrnehmen.“ Das Theater können aber nur die Möglichkeiten und die dafür notwendigen Maßnahmen aufzeigen, die Entscheidung über den Betrieb liege bei der Politik. Sollten die Einschränkungen wieder strikter werden, halte er Veranstaltungen aber für „nicht sinnvoll“.

Zum Open-Air-Theater seien momentan sogar 200 Personen erlaubt, berichtet Werner. „Aber das werden wir nicht ganz schaffen.“ Denn die Abstandsregeln müssen ja dennoch eingehalten werden. So wäre der Theatersaal unter den jetzt geltenden Bedingungen mit nur 26 Sitzplätzen ausverkauft – „52, wenn jeder mit seinem Haushaltsmitbewohner kommt“, so Werner. Das mehr als zwei Personen zusammensitzen – zum Beispiel eine ganze Familie – sei schwierig, da man dann ja auch wieder die anderen Plätze verschieben müsse (Tetris lässt grüßen). Tickets dürften aber nur mit festem Sitzplatz verkauft werden.

Bei den Konzerten habe das Leo Betzel Trio (LBT) statt einem zwei Konzerte an zwei Tagen angeboten. „Das Angebot jetzt im Sommer ist sozusagen ein erster Test, wie es funktionieren kann.“

Man habe mit allen bisher für den Herbst geplanten Künstlern gesprochen, auch neue Angebote gesichtet. „Die Theater basteln gerade noch daran, was sie anbieten können“, erzählt Werner. er versuche, einen Spielplan mit möglichen Variablen zusammenzustellen: generell Filme, da diese am einfachsten durchzuführen seien. Veranstaltungen, bei denen man wegen großer nachfrage sogar Doppelvorstellungen angedacht hatte, solche mit geringem Arbeitsaufwand (Auf- und Abbau), optionale Termine, die ausgefallene ersetzen können und auch Veranstaltungen, die nur dann sinnvoll – auch finanziell gesehen – seien, wenn wieder ganz normaler Spielbetrieb herrsche. Welche einnahmen das Theater generieren könne, dazu sei auch keine nur halbwegs seriöse Aussage möglich. „Ich bitte um Ihr Vertrauen, das wir das trotz Unwägbarkeiten schaffen.“

Der Ticketverkauf laufe nach dem Prinzip „Wer zuerst kommt“, sagt Werner, auch für die zwei Konzerte von LBT. Denn ein Abo sei für den Herbst nicht denkbar.

„Danke, dass das Licht noch brennt“, bedankten sich alle anwesenden Stadträte für die „Herkulesaufgabe“, die Werner und seine Kollegen mit der Planung zu meistern hätten.
Susanne Greiner

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