Ein zweites Standbein

Stadtwerke Schongau beziehen bald Trinkwasser aus Denklingen

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Nahmen Bereits im April 2015 den symbolischen Spatenstich im Staatswald in Denklingen vor (von links): Geologe Horst Tauchmann (Firma GUT), Walter Frömmrich (Stadtwerke), Schongaus Bürgermeister Falk Sluyterman und Johannes Abt (Mindelheim).

Lechrain/Schongau – Um die Verfügbarkeit von Trinkwasser in Schongau und in Hohenfurch, Altenstadt/Schwabniederhofen, Schwabsoien sowie Kinsau und Denklingen auf Dauer zu gewährleisten, bauen die Stadtwerke Schongau derzeit eine zweite Wasserversorgung. Die Arbeiten erstrecken sich bis Mitte kommenden Jahres. Ein interkommunales Projekt – die Quellfassung liegt auf Denklinger Flur.

Aktuell wird das vorhandene Trinkwassernetz Schongaus hauptsächlich von den Brunnen in Schwabsoien und dem Hochbehälter gespeist. Um bei Störungen an der Verbindungsleitung, am Hochbehälter oder der Brunnenfassung die Versorgung aufrecht erhalten zu können und auch in Zukunft über ausreichende Reserven zu verfügen, solle ein „zweites Standbein“ geschaffen werden, erklärt der technische Werkleiter Alexander Joseph. „Die Regierung fordert das.“

Der Grund ließe sich derzeit besonders gut nachvollziehen: Aus Sicht der Wasserwerke wäre ein konstanter Niederschlag der Idealfall, so Joseph. Doch weil Trockenperioden zunehmen und Regenereignisse öfter derart heftig ausfallen, dass das Wasser kaum versickert, sondern oberflächlich abfließt, geht dem Grundwasser Nachschub verloren. Dazu komme: „Momentan ist genug Wasser für Schongau vorhanden, doch in Zukunft werden ja noch weitere Gebiete erschlossen.“ Auch die gelte es dann zu versorgen.

Die Stadtwerke beabsichtigten deshalb, eine zweite Versorgung für Schongau, Altenstadt und die angrenzenden Gemeinden zu errichten. Dafür wurden schon in den vergangenen Jahren im Bayerischen Staatsforst auf Denklinger Flur drei neue Grundwasserbrunnen angelegt. „Wir haben erst auf Schongauer Flur gesucht, sind dann aber in Denklingen fündig geworden“, schildert Joseph. Nun geht die Maßnahme weiter.

An der B17 entlang

„In diesem und im nächsten Jahr soll die benötigte Druckwasserleitung zwischen den Brunnen und dem städtischen Trinkwassernetz verlegt werden“, erklärt Joseph. Dabei werde zwischen dem neuen Tiefbehälter und dem Einbindepunkt ins Schongauer Netz eine 8,9 Kilometer lange Verbindung gelegt. Und zwar größtenteils in Feld- und Waldwegen, die parallel zur B17 liegen. Während die Arbeiten laufen, können diese nur eingeschränkt genutzt werden.

Daneben sind vier „Übergabeschächte“ samt Rohrinstallationen zu bauen. Nämlich dort, wo die Schnittstellen zu den Wasserversorgungsnetzen Kinsaus, Hohenfurchs, Altenstadt/Schwabniederhofens und der Anschlusspunkt Schongau liegen.

Der Beginn der Arbeiten ist für kommenden Montag vorgesehen. Noch in diesem Jahr soll der erste Bauabschnitt über die Bühne gehen: die Wasserleitung vom geplanten Tiefbehälter auf Höhe Neuhof bis zum Übergabeschacht Kinsau. Daneben startet im Oktober ein weiteres Unterfangen, das sich bis Mitte 2019 hinziehen dürfte: Die Wasserleitung vom Übergabeschacht Hohenfurch und Altenstadt/Schwabniederhofen bis zum Übergabeschacht Kinsau wird hergestellt. Das muss in der vegetationsarmen Zeit geschehen. Bis Ende Juli 2019 soll die Leitungsverlegung und auch die Fertigstellung der übrigen Teil­abschnitte abgeschlossen sein.

Über den Wasserpreis

Die Kosten für die Gesamtmaßnahme belaufen sich einer Schätzung aus dem November 2017 zufolge auf 8,25 Millionen Euro netto. Mit Ausnahme einiger Übergabebauwerke stemmen die Stadtwerke diesen Betrag fast ausschließlich selbst, erklärt Joseph. Förderung gebe es hierfür keine. Die weiteren beteiligten Gemeinden, die angeschlossen werden sollen, beteiligen sich künftig über den Wasserpreis. 

Rasso Schorer

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