Nicht so schnell!

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Landsberg – Peinliche Panne bei den Stadtwerken: Am Donnerstag verkündete Eva-Bettina Zerle für das Selbständige Kommunalunterneh­men, dass die Wasserleitungen und die Kanalisation in der Schongauer Straße saniert werden müssen. Bereits am Montag (15. September) sollten die Baumaßnahmen beginnen. Dass man dafür die Straße aber für zwei Monate einseitig sperren muss, wurde weder erwähnt noch rechtzeitig angemeldet. Weil das Ordnungsamt ebenfalls erst am Donnerstag davon erfuhr, pfiff man die Stadtwerke wieder zurück: Baubeginn ist nun am 22. September.

Aus der recht einsilbigen Presseinformation geht hervor, dass Kanal und Wasser zunächst nur im Teilabschnitt zwischen Danziger Platz stadtauswärts bis zur Einmündung Trautweinstraße saniert werden sollen. Die Wasserleitung entlang der Schongauer Straße ist laut Martin Michl, Leiter Bau- und Betriebsabteilung bei den Stadtwerken, die „schadenanfälligste“ im Stadtgebiet. 

Zerle macht in ihrer Presseinformation weiter darauf aufmerksam, dass die Wasserversorgung während der Bauzeit bestehen bleibt. Wenn „kurzfristig keine Wasserentnahme möglich“ ist, werde man rechtzeitig informiert, heißt es. Worüber die Stadtwerke zunächst nicht informieren: Die vielbefahrene innerstädtische Hauptverkehrsader muss für die „gesamte Bauzeit“ (bis 14. November) halbseitig und für „einige Tage“ sogar komplett gesperrt werden. Einer der Gründe: Um die neue Wasserleitung zu verlegen, muss die Schongauer Straße einmal von Osten nach Westen gequert werden. All das erfuhr der KREISBOTE erst auf Nachfrage bei den Stadtwerken Landsberg. 

Und auch im Telefonat mit dem städtischen Pressereferat wird schnell klar: Man weiß von (fast) nichts. Der Antrag für Absperrmaßnahmen und Umleitungen des Verkehrs ist beim Ordnungsamt erst am Donnerstag eingegangen. Das bestätigt Stadtpressesprecher Andreas Létang. Will heißen: Im Ordnungsamt hätte man genau einen (halben) Tag – Freitag – Zeit gehabt, um alles in die Wege zu leiten: „Die Polizei muss informiert, der öffentliche Nahverkehr muss geregelt werden und so weiter“, erklärt Létang. Mit Baubeginn Montag habe man sich bei den Stadtwerken wohl „ein bisschen zu weit aus dem Fenster gelehnt“, so der Pressesprecher. „Das war für das Ordnungsamt zu kurzfristig“, meint dann auch Michl. 

Offensichtlich durch die KREISBOTEN-Recherchen zum Handeln veranlasst, rudert er zu­rück: Der Maßnahmenbeginn wird um eine Woche nach hinten verschoben – 22. September. Pikant: Eva-Bettina Zerle hatte in ihrer ersten Presseinfo den 29. September genannt. In ihrer zweiten E-Mail war dann vom 15. September die Rede, verbunden mit der Bitte, „die Information schnellstmöglich“ zu veröffentlichen. Unabhängig vom Baubeginn ist das Ende der Arbeiten stets auf 14. November datiert.

Für Martin Michl ist das alles kein Beinbruch. Ursprünglich habe man den Baubeginn ohnehin für den 22. September angesetzt. Grund dafür, es um eine Woche nach vorne zu verlegen, war die Baufirma: „Diese wollte früher anfangen“, erklärt Michl. Darauf hat man sich bei den Stadtwerken vorschnell eingelassen und nicht bedacht, was eine halbseitige Sperrung der Schongauer Straße für Anwohner, Pendler und den öffentlichen Verkehr bedeutet. 

Nächstes Jahr sollen dann die Wasserleitungen auf dem Reststück – von der Trautweinstraße bis zum Ortsausgang im Süden – in Angriff genommen werden.

Astrid Erhard

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