Ein Ständchen für den Papst – Realschulorchester spielen auf dem Petersplatz in Rom

Noch immer leuchten die Augen, zittert die Stimme ein wenig, wenn Luisa und Manuela von ihrer jüngsten Reise erzählen. Die beiden jungen Damen gehören zum Schulorchester der Johann-Winklhofer-Realschule (JWR) Landsberg, das vor wenigen Tagen von einer Orchesterreise aus Rom zurück gekehrt ist.

Luisas erster Dank im Rückblick gilt den Eltern, die ihren Kindern diesen Aufenthalt möglich gemacht hatten. „Es ist ja nicht selbstverständlich, dass eine solche Reise finanziert wird.“ Luisa sitzt mit verbundenem Arm beim Pressegespräch. „Sehnenscheidenentzündung, wir haben ja so viel gespielt, in der Probenwoche und in Rom.“ Und erinnert sich: „Die Euphorie untereinander war so groß, dass jeder angesteckt wurde. Schon in der Probenwoche hatten wir einen tollen Zusammenhalt in der Gruppe.“ Auch mit dem mitreisenden Orchester der Realschule Schongau verstanden sich die Musikerinnen und Musiker bestens. Ganz weiche Hände Für Manuela Settele dürfte die Reise in die heilige Stadt wohl ihr ganzes Leben lang unvergessen bleiben. Denn das Los fiel auf sie und Lisa Niggl aus dem Schongauer Orchester: Die beiden durften Papst Benedikt XVI. im Rahmen seiner wöchentlichen Audienz nicht nur eine Kerze überreichen, sondern auch die Hand schütteln. Zuvor hatten die rund 80 Nachwuchsmusiker auf dem Petersplatz vor rund 60000 Menschen musiziert. „Ich habe gezittert, war total aufgeregt, meine Backen waren ganz warm“, erinnert sich Manuela an den großen Moment. „Seine Hände sind ganz weich, der Ring, den er trägt, ist viel größer als ich mir das vorgestellt habe“, beschreibt sie ihren unmittelbaren Kontakt zum Oberhaupt der Katholischen Kirche. Bis jetzt kann sie es noch gar nicht recht fassen, was sich da in Rom alles abgespielt hat. Großartige Unterstützung Aber auch die vielen Eindrücke, die bei den Besichtigungen auf die jungen Menschen einstürmten, haben Realschüler aus den beiden Lechstädten noch nicht komplett verarbeitet. Begleitet wurden sie übrigens von Lehrkräften und Eltern. JWR-Schulleiter Martin Sulzenbach betont, dass ohne die „wirklich großartige Unterstützung“ der Begleitpersonen eine solche Reise gar nicht möglich wäre. Auch die professionelle Vorbereitung durch Walter Edelmann, Musiklehrer und Dirigent des Orchesters, sei die Fahrt nach Rom zu einem unvergesslichen Erlebnis geworden. Mit dabei war auch der Enkel des Namensgebers der JWR, Gerhard Winklhofer. „Der war echt stark“, schwärmt Manuela von dem 75-Jährigen. Winklhofer habe solche Freude gehabt, mit dem Orchester in Rom sein zu dürfen. Und die jungen Leute hatten viel Spaß daran, sich mit ihm unterhalten zu können. „Am letzten Abend hat er sogar ein tolles Menü für uns alle gespendet und eine Rede gehalten, bei der alle begeistert geklatscht haben“, erinnern sich die beiden Mädchen Zum Dank in die Kirche Wieder zurück in der Heimat ist den Beteiligten nicht nur die körperliche Anstrengung anzusehen, sondern auch das Gefühl, ein ganz besonderes Erlebnis mit ganz besonderen Menschen gehabt zu haben. Müde, erschöpft aber glücklich bedankten sich die beiden Orchester für die Reise dann noch mit einem Gottesdienst in der Heilig-Kreuz-Kirche in Landsberg. Ohne zahlreiche Spenden, darunter eine großzügige von iwis-Ketten Winklhofer, der Stadt Landsberg, der Sparkasse Landsberg-Dießen und vielen Sponsoren mehr wäre die Romreise nicht möglich gewesen. „Dafür möchten wir uns ganz herzlich bei allen bedanken, die uns in irgendeiner Weise, sei es mit Lebensmitteln in der Probephase oder durch Geldspenden geholfen haben“, so Walter Edelmann.

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