Stahltreppe statt Treppenhaus?

Das Foto mit Skizze zeigt das geplante Treppenhaus zwischen den Gebäuden Am Kirchsteig 24 und 26. Foto: fkn

Die Sanierung eines alten Hofes und der Ausbau von Stall und Tenne Am Kirchsteig 26 sorgen in der Marktgemeinde nach wie vor für Diskussionen. Auch ein Ortstermin brachte im Bauausschuss jüngst keine Einigung; er sprach sich mit 3:5 gegen die aktuelle Planung aus. Außerdem unterzeichneten 18 Anwohner ein Schreiben, mit dem sie sich gegen das Vorhaben richten.

Am Kirchsteig stehen mehrere Häuser unter Denkmalsschutz oder wurden auf Grund ihrer behutsamen und stilgerechten Renovierung vom Heimatverein als Häuser des Jahres ausgezeichnet. Nun soll an exponierter Stelle das wohl älteste Gebäude von St. Georgen, aus der Zeit um 1700, in vier Wohnungen unterteilt werden und durch einen Treppenhausanbau an der Ostseite mit dem denkmalgeschützten Nachbargebäude auf Tuchfühlung gehen. Aus Sicht der Unterzeichner der Unterschriftenliste sind allerdings gerade die freistehenden alten Gebäude prägend für den besonderen Charakter der Straße. Kreisheimatpflegerin Heide Weißhaar-Kiem befürchtet „eine vollständige Veränderung der historisch gewachsenen Gliederung der südlichen Seite des Kirchsteigs.“ Das Landesamt für Denkmalschutz brachte in einer ersten Stellungnahme allerdings keine schwerwiegenden Bedenken vor, sondern wies darauf hin, dass das geplante Treppenhaus im zwei Meter breiten Spalt zwischen den Häusern nur „vom unmittelbar gegenüberliegenden Standort“ wahrgenommen werde. Die Wirkung des prägenden, mächtigen Giebels des denkmalgeschützten Nachbargebäudes bleibe von der Wirkung des Zwischenbaus „unberührt“. Nach Auffassung von Bürgermeister Herbert Kirsch, der für den Bauantrag stimmte, entspricht das Vorhaben dem rechtsgültigen Bebauungsplan. Nicht zuletzt, weil der geplante Anbau sich innerhalb des festgesetzten Bauraums befinde und es sich beim denkmalgeschützten Nachbargebäude um eine Grenzbebauung handle, die aufgrund des geringen Abstands zum Kirchsteig 26 einen Anbau nahelege. Entscheidend sei für ihn jedoch die noch ausstehende verbindliche Aussage der Denkmalschützer: „Hier muss Landesamt und Landratsamt mit einer Zunge sprechen“, so Kirsch, „das kann man nicht auf uns abschieben“. Ob eine seitens der Bauherrin vergangene Woche bei dem Ortstermin in Aussicht gestellte Tektur bei den Denkmalschützern auf Wohlgefallen stoßen wird, ist nach Ansicht des Bürgermeisters noch völlig offen. Dabei könnte eine offene Stahltreppe, so die Tektur-Idee, das geplante Treppenhaus ersetzen.

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