Latino-bajuwarische Musik

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Kiko Pedrozo und Hansi Zeller beim Bühnenabschied mit Veranstalter Johannes Sift (Mitte)

Utting/Holzhausen – Was passiert, wenn lateinamerikanischer Charme und die Ver- schmitzheit des Allgäus aufeinandertreffen, haben über 250 Musikfreunde bei der Sonntagsmatinée im BVS-Bildungszentrum Holzhausen erlebt: Sie sind neugierig gekommen und als Fans von Kiko Pedrozo (Harfe) und Hansi Zeller (Akkordeon) gegangen. Ihr weltenbummlerisches Musikprogramm war technisch perfekt und gewürzt mit Humoreske.

„Nur wer sein Handwerk so großartig beherrscht, kann es so scheinbar locker rüberbringen“, freut sich Johannes Sift, der das latino-bajuwarische Duo an den Ammersee engagiert hat. Sift, vom Bayerischen Landesverein für Heimatpflege in München, hat sein Saitenmusik-Wochenende für Musikanten zum Abschluss für ein interessiertes Publikum geöffnet und damit ein Herz-Ass gezogen.

Dass die Stühle in der Verwaltungsschule knapp geworden sind, lag sicher auch an dem klingenden Namen Kiko Pedrozo, den man von den Los Paraguayos (El Condor pasa) kennt, der mit Las Cucarachas und Kikos Paraguayos zu einem der beliebtesten Künstler der nationalen VIP-Gesellschaft wurde.

Kiko, der Paraguyo, und Hansi, der Allgäuer, zählen beide auf ihren Instrumenten zur Weltklasse – und sie begleiteten ihr Publikum um die Welt. „Ihr sitzt unterm Eifelturm und schließt jetzt die Augen – und wir spielen einen Walzer, nur für euch und diesen Moment.“ Hansi Zeller hat recht, der Valse Parisienne schürt die Sehnsucht nach dem Frühling am Montmartre. Oder der Papaya-Landler. „In meinem Heimatland sind die Papayas vor dem Küchenfenster riesig“, lacht Kiko und spannt die Arme weit aus (auch auf die Gefahr, dass er sie mit bairischem Kürbis verwechselt). Diesen wunderbaren Früchte haben die Zwei einen Dreivierteltakt gewidmet.

Die Geschichte von der „Lucky Heuschrecke“ entlockt allen ein Lächeln. Immerhin gelingt es dem kleinen Langbeiner, einen ganzen Tag lang vor einer Lokomotive zu fliehen. Musik mit den Geräuschen von Heuschrecke, Bahnhof und Eisenbahn. Ein lässiges Spiel, das nur mit der Virtuosität von Klasse-Musikern möglich ist, die verzaubern mit lateinamerikani- schen Liebesliedern, Vogelgezwitscher, Irisch flotten Rhythmen, Improvisationen und natürlich mit dem Tango zum Verlieben.

Der Vormittag der Meister geht schnell zu Ende – aber das Publikum möchte seinen Rausch in den musikalischen Welten noch lange auskosten. Frenetischer Applaus scheint kein Ende zu nehmen und die Standing Ovations ebenso. Aber nach drei Zugaben müssen sie sich verabschieden von der südamerikanischen Leichtigkeit (Kiko hat Hunger).

Beate Bentele

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