Landratsamts-Neubau

"Hier ist Potenzial"

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Mit dieser Skizze zeigte Sebastian Neudecker auf, was am Standort Penzinger Feld für den Neubau des Landratsamtes möglich wäre.

Landkreis – Drei mögliche Standorte für den Neubau des Landratsamtes hat der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München untersucht und die Ergebnisse im Kreisausschuss vorgestellt. Die Empfehlung des Architekten und Stadtplaners Sebastian Neudecker war eindeutig: Die Vorteile des Penzinger Felds überwiegen gegenüber dem Schlüsselanger und einem Standort beim Klinikum. Trotzdem soll nun noch eine vierte Variante untersucht werden, bevor im Juli die Entscheidung fällt.

Dass das bestehende Gebäude der Kreisbehörde in der Von-Kühlmann-Straße aus allen Nähten platzt, ist bekannt. Dazu kommt, dass rund ein Drittel der Mitarbeiter auf insgesamt 13 Außenstellen verteilt ist. Daher ist in einem ersten Schritt ein Erweiterungsgebäude geplant, in dem die Außenstellen zusammengefasst werden können. Langfristig (Bauabschnitt zwei und drei) soll aber auch Platz für die gesamte Kreisverwaltung sein.

Dieses neu geschaffene Gebäude sollte Platz für rund 660 Arbeitsplätze sowie etwa 900 Stellplätze bieten. Der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum hat im Auftrag des Landkreises nun drei mögliche Standorte untersucht: den Schlüsselanger, am Klinikum und am Penzinger Feld. Dabei wurden Kriterien wie die Lage, Verkehrserschließung und -anbindung, Eigentumsverhältnisse sowie Umfeld und Bodenverhältnisse berücksichtigt, wie Sebastian Neudecker den Mitgliedern des Kreisgremiums erläuterte. Sein Ergebnis: „Das Penzinger Feld schneidet deutlich am besten ab.“

Prinzipiell sei ein Neubau an allen drei Standorten zwar möglich, jedoch habe das Penzinger Feld am meisten „Entwicklungspotenzial“. Der Schlüsselanger sei zwar durch seine zentrale Lage und attraktives Umfeld geeignet, allerdings sei hier vorbelasteter Boden vorzufinden. Hinzu kommt, dass durch das benachbarte Projekt am Papierbach das ohnehin hohe Verkehrs­aufkommen noch steigen könnte. Hier wären auch nur wenige oberirdische Parkplätze möglich und man würde die erforderlichen Stellflächen nur mit einer zweigeschossigen Tiefgarage erreichen. „Wir kommen hier an Grenzen“, so Neudecker.

Auch eine landwirtschaftliche Fläche westlich des Klinikums wurde vom Planungsverband untersucht. Die Zentralität, die Größe (1,8 Hektar) sowie die Attraktivität der Lage wurde dabei schlecht bewertet. Ein weiterer Nachteil sei, so Neudecker, dass im Falle eines Landratsamts-Neubaus an dieser Stelle keine Erweiterung für das Klinikum mehr möglich sei. Auch die Anzahl der möglichen oberirdischen Parkplätze (rund 80) hält Neudecker für „grenzwertig“. Die geforderten Arbeitsplätze könnten zudem nur mit einem fünfgeschossigen und damit „gewaltigen Bauwerk“ erreicht werden.

Bleibt noch das drei Hektar große Grundstück beim Fachmarktzentrum, das sich ja bereits in Besitz des Landkreises befindet. Positiv bewertete der Planungsverband hier die Verkehrs­anbindung und die Größe der Fläche. Neudecker bescheinigte dem Standort „gutes Potenzial“ und außerdem habe man hier auch noch „Reservefläche“. Negativ sah er hingegen die Randlage im Osten.

Für Quirin Krötz (CSU) hingegen stellt die Randlage kein Hindernis dar: „Ein Landrats­amt muss nicht zentral in der Stadt sein“, betonte er. Im Gegenteil: Er befürchtet zudem in der Innenstadt einen baldigen „Verkehrsinfarkt“. Herbert Kirsch (FW) nannte das Grundstück am Penzinger Feld einen „Glücksfall“.

Eine vierte Variante soll nun aber noch geprüft werden: Auf Antrag von Renate Standfest (GAL) soll nun die Kombination aus dem bestehenden Landrats­amtsgebäude und einem Neubau am Schlüsselanger, der die Außenstellen aufnehmen könnte, untersucht werden. Dem stimmte der Ausschuss mit zwei Gegenstimmen zu. Ihr komme es hauptsächlich auf einen sparsamen Umgang mit Ressourcen an. Zudem könnte man dann am Schlüsselanger kleiner bauen.

Landrat Thomas Eichinger (CSU) sprach sich dafür aus „in die Zukunft zu planen“. Es gehe allerdings zunächst um den ersten Bauabschnitt, also einer Zusammenfassung der Außenstellen. „Bauabschnitt zwei und drei planen andere“, so Eichinger. Er würde aber ungern Wege verschließen.

Im Juni sollen die Ergebnisse der vierten Variante vorgestellt werden. In den einzelnen Fraktionen werden sich die Mitglieder des Kreisausschusses nun beraten und Vorschläge machen. Eine Entscheidung soll im Juli fallen. 

Astrid Neumann

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