"Starke Mitte" mit Ausgleich

OB Ingo Lehmann hält viel von Fitness – nicht nur im Wahlkampf. Foto: Kruse

Ein attraktives Angebot stellt die Stadt seit November 2011 ihren Mitarbeitern zur Verfügung: Wer bei der Stadtverwaltung arbeitet, kann unter dem Motto „Gesund und fit – nicht nur im Job“ kostenfrei an zahlreichen Kursen der Volkshochschule (VHS) teilnehmen. Sie sollen laut Pressesprecherin Simone Loderer „Wissen und Methoden vermitteln, wie man die allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit verbessern und möglichen Ge­sundheitsschäden vorbeugen kann.“ Als zusätzlichen Anreiz bekommen die Teilnehmer die Stunden, die sie nach Dienstschluss in die Kurse investieren, offenbar komplett als Arbeitszeit angerechnet.

„Das ist richtig“, bestätigt Loderer, „zumindest im Moment ist das noch so, deshalb wurde auch in dieser ersten Phase die Anwesenheit kontrolliert. Weiter betont sie, dass es OB Ingo Lehmann sehr wichtig sei, „die Gesundheit seiner Mitarbeiter zu stärken und im Voraus zu schützen.“ Die bisherigen 15 Kurse seien dem entsprechend gut angenommen worden, im Schnitt sind sie mit rund zehn Mitarbeitern besetzt. Daher sei für Frühjahr auch eine Fortsetzung des Programms geplant. Ob die Teilnahme dann weiterhin als Arbeitszeit gilt, werde „im Moment geprüft, die Regelung ist noch offen.“ Zielgruppen sind nach Loderers Auskunft vor allem Mitarbeiter/innen mit überwiegend sitzender Tätigkeit oder mit schweren körperlichen Tätigkeiten wie im Bauhof oder im Heilig-Geist-Spital. „Dort müssen die Beschäftigten zum Beispiel sehr schwer heben. Mit einem breiten Spektrum an Kursen wollen wir möglichst alle ansprechen.“ So gebe es für Rücken und Bauch die „Starke Mitte“, für diejenigen, die vorwiegend am PC arbeiten, ist eine „Augenschule“ dabei, bei der man lerne, die Augenmuskulatur zu entspannen. Tatsächlich finden die Mitarbeiter ein breites Spektrum vor: Von Pilates über Zumba, Meditation und „Aero Dance House“ bis hin zu Autogenem Training und Power Walking steht etliches zur Verfügung. Die erste Kursreihe laufe aktuell aus, erläutert Loderer. „Danach kommt die nächste Teilnehmergruppe. Das Interesse war so groß, dass nicht alle auf einmal ran konnten.“ Auf die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme ist nach Auskunft der Stadt geachtet. Die Kurse werden nur durchgeführt, wenn sich genügend Teilnehmer finden. Nach Abschluss eines Semesters stellt die VHS dann dem Personalreferat der Stadt eine pauschale Rechnung pro Kurs, die aus dem Budget für „Aus- und Fortbildungsmaßnahmen“ bezahlt wird. Wer nun selbst Interesse an der Gesundheitsvorsorge gefunden hat, aber kein Mitarbeiter der Stadtverwaltung ist, der muss auf das reichhaltige reguläre Programm der VHS ausweichen. „Die Gesundheitskurse sind keine offenen VHS-Kurse, nur städtische Mitarbeiter können teilnehmen“, stellt man bei der Stadt klar. Die Kursinhalte seien auf die Bedürfnisse der Beschäftigten abgestimmt. Ähnliche Programme laufen in Königsbrunn und Fürstenfeldbruck und in Regensburg. Dort geht es aber nicht ganz so privilegiert zu: „Kosten für bestimmte Gesundheitskurse werden von der Stadt bezahlt“, so Johann Nuber, Teamleiter für Fortbildung bei der Stadt Regensburg. „Die Kollegen besuchen die Kurse in der Freizeit.“ Auf die Arbeitszeit werde das nicht angerechnet. „Gesundheitsvorsorge hat einen hohen Stellenwert, aber wir bezahlen ja schon die Kurse.“

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