Schwacher Besuch bei der Bürgerversammlung Dießen

Wo waren die Dießener?

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Viel Vorbereitungsarbeit für zu wenig Besucher bei der Dießener Bürgerversammlung hatten Kämmerer Max Steigenberger, Ordnungsamtschefin Birgit Thaller, Vize-Bürgermeister Peter Fastl und Geschäftsleiter Karl Heinz Springer (v.links).

Dießen – Wenig Interesse oder Boykott? Von den aktuell 10.712 gemeldeten Einwohnern der Marktgemeinde inklusive der Ortsteile fanden gerade mal 50 Dießener den Weg zur Bürgerversammlung im Gasthof Unterbräu. Wobei man von dieser Zahl die anwesenden Gemeinderäte und Mitarbeiter der Verwaltung noch abziehen müsste…

Mit Abwesenheit glänzten vor allem die Anwohner der Mühlstraße, die vor einer Woche an gleicher Stelle noch lautstark gegen eine probeweise Wochenend-Fußgängerzone protestiert hatten. Nach dem Beschluss des Gemeinderates für die Einführung blieben sie jetzt bis auf wenige Ausnahmen resigniert der Veranstaltung fern. Dabei hatten sich Vize-Bürgermeister Peter Fastl, Geschäftsleiter Karl Heinz Springer und Kämmerer Max Steigenberger viel Mühe gegeben, das Leistungsspektrum der Marktgemeinde anschaulich aufzubereiten. 

So wie beim Kiosk in den Seeanlagen, der nunmehr ab August dieses Jahres realisiert und im Frühjahr 2019 eröffnet wird. Mit der bisherigen Pächterin Christine Gottschalk, die bis dahin mit dem Container-Provisorium vorliebnehmen muss. Warum sich der Bau solange hinzögert, erklärte Peter Fastl mit den langwierigen Genehmigungsverfahren der übergeordneten Behörden. Beim sozialen Wohnungsbau mit 18 Mieteinheiten in der Von-Eichendorff-Straße wird heuer noch der erste Spatenstich erfolgen, nachdem die Regierung von Oberbayern 2,04 Millionen Euro an Fördergeldern genehmigt hat. Die Gesamtkosten inklusive Grundstück belaufen sich auf 6,8 Millionen Euro. „Wasser erlebbar machen“ heißt es für das Tosbecken am Mühlbach in der Mühlstraße. Für 110.000 Euro baut die Gemeinde ab April mit fünf breiten Stufen einen Planschzugang zum Bach. Die Carl-Orff-Schule erhält für rund 200.000 Euro einen 170 Quadratmeter großen Pavillon als Gruppenraum. Die Freiwillige Feuerwehr darf sich über eine neue Wechselladerhalle für Abrollbehälter und eine Sandsackbefüllanlage freuen. Gesamtkosten: 332.000 Euro.

Interessant auch der Blick ins Standesamt. Bei den 10.712 Einwohnern der Marktgemeinde herrscht mit 52 Prozent ein leichter Frauenüberschuss. Das Durchschnittsalter der Bürger beträgt 47 Jahre gegenüber dem Bayern-Durchschnitt von 43,6 Jahren. 115 Sterbefällen stehen 65 Geburten gegenüber. 64 Paare aus Dießen haben im letzten Jahr den Bund der Ehe geschlossen. 

Etwas ermüdend für viele Besucher war die ausführliche Erläuterung des Haushaltes 2018 mit einem Gesamtvolumen von über 35 Millionen Euro, was auch in der anschließenden Diskussion bemängelt wurde. Peter Fastl konterte mit dem Hinweis, dass sich der ehrenamtliche Haushaltsausschuss im Marktgemeinderat zwei lange Sitzungsabende durch das 520 Seiten starke Werk gearbeitet habe, wobei er heute nur einen Extrakt mit den wichtigsten Eckdaten präsentiert habe. 

Der erfreulichste Punkt im Haushaltsplan: Eine Neuverschuldung im 15. Jahr in Folge ist nicht notwendig (wir berichteten). Nur zwei Bürgeranträge wurden im Vorfeld der Versammlung eingereicht. Ein Vorschlag betraf die Einführung einer Baumschutzverordnung, „um künftig zerstörerische Baumfällungen wie bei den Kastanien und Linden in Dettenschwang zu vermeiden“. Der zweite Vorschlag betraf die Strandbäder St. Alban und Riederau, die man für Berufstätige anstatt um 9 Uhr bereits um 8 Uhr öffnen sollte. Peter Fastl versprach, sich diesbezüglich mit den Pächtern in Verbindung zu setzen, da sie für die Aufsicht verantwortlich seien.

Dieter Roettig

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