Mobile Produktionsstudios eröffnen vielfältige Möglichkeiten

Startschuss für »Bahnhofs-Kultainer« in Geltendorf

Wolfgang Hauck begrüßte eine Handvoll Gäste mit Abstand unter freiem Himmel.
+
Coronakonforme Einweihung: Wolfgang Hauck begrüßte eine Handvoll Gäste mit Abstand unter freiem Himmel.
  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
    schließen

Geltendorf – Was passieren wird, weiß Wolfgang Hauck nicht. Aber dass viel passieren wird – da ist er sich sicher. Der Landsberger Multimediakünstler und Vorsitzende des Vereins dieKunstBauStelle hat ein innovatives Projekt auf die Schiene gesetzt, das vielfältigste Früchte tragen könnte. Vor wenigen Tagen fiel im Rahmen eines Pressetermins der Startschuss für die Kultainer am Geltendorfer Bahnhof.

Die beiden weißen Quader mit schwarzem Schriftzug wurden Anfang des Monats vor dem Bahnhof auf einer Fläche platziert, auf der in den nächsten Jahren ein neues Gebäude entstehen soll. Für die kommenden Monate aber stehen hier nun die Kultainer – Bürocontainer, die zu mobilen Produktionsstudios für Audio, Video und Redaktion ausgebaut wurden.

Als „hochprofessionell und wunderschön“ lobte Radiojournalistin Susanne Zehentbauer die Umsetzung. Dass die Technik funktioniert, bewies die Übertragung ihrer Moderation aus dem Container auf die von Bauzäunen abgegrenzte Fläche, auf der sich Kommunal- und Landespolitiker zum corona-konformen Freiluft-Termin versammelt hatten.

Bis Ende Juni bleiben die Kultainer in Geltendorf. Die nächsten Stationen sind Dießen, Schondorf, Fuchstal und Kaufering. Nutzung und Aktivitäten dürften in den einzelnen Gemeinden sehr unterschiedlich sein.

Kurse und Workshops

Es soll feste Kurse und Workshops für Jugendliche, Senioren und andere soziale Gruppen geben, kündigt Hauck an. „Dann wird es Qualifizierungsmaßnahmen geben, um überhaupt in einer bestimmten Form mit der Technik, zum Beispiel dem Tonstudio, umzugehen.“ Hier werde vieles im Rahmen des Projekts HistoryApp (der KREISBOTE berichtete) laufen, dessen Ziel es ist, einen multimedialen Zugang zur Geschichte im Landkreis zu schaffen. Einzelne Themen sollen von Fachberatern und Referenten begleitet werden, die dann auch gezielt Produktionen übernehmen.

Kostenfreie Angebote

Andere Nutzergruppen können sich an die jeweilige Gemeinde wenden, um Zugang zu den Kultainern zu erhalten. „Im Moment ist dazu nach ganz vieles offen und ganz vieles möglich“, betont Hauck. Von Seiten seines Vereins sind die Angebote alle kostenfrei, da sich die Gemeinden am Projekt HistoryApp beteiligen und somit von den technischen und personellen Möglichkeiten profitieren.

Auch sollen sich Gruppen bilden können, die die Technik der Kultainer für eigene Projekte nutzen. Hauck nennt als Beispiel die Aufarbeitung von Archiven, deren Inhalte man online verfügbar machen möchte, oder die Produktion von Audio-Guides für Museen.

Poetry, Theater, Comic

Konkrete Vorhaben gibt es bereits. In Geltendorf sind ein Poetry Slam mit digitaler Aufbereitung, ein Jugendtheater-Workshop und ein Foto-Comic-Workshop für Jugendliche geplant. In Schondorf soll ebenfalls ein Theater- und Kulturprojekt mit Jugendlichen sowie ein Sommerkino-Format für verschiedene Zielgruppen realisiert werden. Mit dem Verein Kulturlandschaft Ammersee-Lech laufen Gespräche über eine Kooperation zur digitalen Verortung des Projekts Hausnamen.

„Je mehr Partizipation und Eigeninitiative wir fördern können, desto besser“, sagt Hauck. „Mein Ziel ist es, vieles für viele zu ermöglichen.“

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Corona im Landkreis Landsberg: Weiterer Landkreisbewohner an COVID-19 gestorben
Corona im Landkreis Landsberg: Weiterer Landkreisbewohner an COVID-19 gestorben
Ammersee-Schifffahrt startet am Montag
Ammersee-Schifffahrt startet am Montag
Landsberger Stadtratssitzung im Grünen
Landsberger Stadtratssitzung im Grünen
Polizei Landsberg klärt Katalysator-Klau
Polizei Landsberg klärt Katalysator-Klau

Kommentare