Landsberger Stadtrat beschließt Realisierungswettbewerb

Dreifache Bürgerbeteiligung für Staufenstraße

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Zur Gestaltung des Baugebiets, das hier an der Staufenstraße entsteht, gibt es 2018 einen Realisierungswettbewerb.

Landsberg – Die Stadtverwaltung hatte die Luft aus dem Thema genommen und die Anwohner über das Verfahren zur Überplanung des 2,8 Hektar-Areals an der Staufenstraße vorab informiert. Daher war der Weg für den Stadtrat am vergangenen Mittwoch frei, in der Sache zu entscheiden: Der Realisierungswettbewerb, bei dem 15 Architekten Ideen für die Gestaltung des Baugebiets entwickeln sollen, kann starten. Das beschloss das ­Gremium sogar einstimmig.

Bereits im Rahmen dieses Wettbewerbs wird es das erste Mal eine Bürgerbeteiligung geben; dann sind alle Interessierten (nicht nur die Anwohner) eingeladen, die nach Meinung der Jury besten drei Entwürfe in einer Ausstellung zu begutachten und bei einer Bürgerwerkstatt (am 13. April 2018) Vorschläge zur Verbesserung einzubringen. Danach bekommen die Architekten die Möglichkeit, ihre Vorschläge nachzubessern. Die Jury, der Fachpreisrichter und Mitglieder des Stadtrats angehören, kürt dann den Siegerentwurf. Das soll vor der Sommerpause 2018 geschehen.

Die eigentliche Bauleitplanung erfolgt dann von Herbst 2018 bis 2020. Auch dabei sind die Bürger erneut zweimal aufgerufen, ihre Interessen und Vorstellungen zu äußern. Der erste Spatenstich ist dann fürs Jahr 2021 geplant.

Die Vorgabe an die Architekten lautet, „bezahlbaren Wohnraum für alle Lebensphasen“ zu schaffen. Die Richtlinie zur So­zialen Bodennutzung SoBoN (sie sieht zwingend vor, auch Sozial­wohnungen zu schaffen) und das „Landsberger Modell“ zur bevorzugten Berücksichtigung hiesiger Kaufinteressenten finden Anwendung.

Die Bebauung soll sich an die unterschiedliche Maßstäblichkeit der vorhandenen Strukturen anpassen; da an den Rändern des Baugebiets von einfachen Mehrfamilienhäusern bis zum Anwesen mit großem Grundstück alles vertreten ist, soll dies in Form „vielfältiger Gebäudetypologien“ erfolgen, vom Doppelhaus aufwärts.

Die Bebauung soll „flächensparend und ausgewogen“ sein. Den vorhandenen kleinen Wald stellt die Ausschreibung zur Dis­position; nur bestimmte Bäume sollen erhalten bleiben und zur „hohen Aufenthaltsqualität und Verkehrsberuhigung“ beitragen. Im Gebiet sollen such auch Bäcker und Metzger ansiedeln können; auch ist eine neue Kindertagesstätte vorgesehen.

Zuvor hatten drei Fraktionen Bedenken angemeldet. Die Grünen befürchteten, durch den Wettbewerb werde die Kapazität der Stadtverwaltung so weit eingeschränkt, dass der schnelle Sozialwohnungsbau am Wiesengrund verzögert werde. Stadtbaumeisterin Birgit Weber beruhigte; Vorschläge zum Wiesengrund lägen bereits in der nächsten Sitzung auf dem Tisch. Bitten der Grünen zu Fahrradstellplätzen und zum Baumerhalt nahm sie in die Ausschreibung auf.

Weitaus mehr Verwunderung gab es, als die UBV geschlossen zustimmte, obwohl ihre Bedenken keine Berücksichtigung fanden. Doris Baumgartl, Christoph Jell und Wolfgang Neumeier ­hatten geltend gemacht, die ­Planungsziele seien zu unbestimmt. Die Planer sollten mehr Vorgaben bekommen. Auf der Skala von Einfamilienhaus bis Geschosswohnungsbau ­bewegten sie sich deutlich im linken Bereich: „Wir dürfen uns nicht am Geschosswohnungsbau orientieren. Wir müssen reinschreiben, dass wir unterhalb der Größenvorgaben der Baunutzungsverordnung bleiben wollen. Außerdem fordern wir eine Begrenzung der Geschossflächenzahl.“

Oberbürgermeister Mathias Neuner hatte bei allen Einwänden stets gegengehalten: „Wir haben die Grundstücke schon gekauft. Die gesetzten Architektenbüros sind bereits gefunden. Wir wissen, dass wir mehr Wohnraum brauchen. Und außerdem geht es im Moment doch nur um die Ideenfindung. Lassen Sie uns den Planungsprozess beginnen. Gebaut wird an der Staufenstraße noch lange nicht.“


Werner Lauff

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