Ein Stein im Haus Mosaik

Peter meistert mit Heilpädagogin Nicole Mathauser eine ausführliche Partie „Cheese please“. Foto: Hollrotter

Knapp ein halbes Jahr ist es her, dass das neue Dorfgemeinschaftshaus „Mosaik“ im SOS-Kinderdorf eingeweiht wurde. Inzwischen haben die Kinder ihr Haus in Beschlag genommen und füllen es, passend zum bunten Mosaik, das die Nordfassade ziert, mit den verschiedensten Aktivitäten. Eine davon ist die Förderung entwicklungsverzögerter Kinder über den Fachdienst im Kindergarten, den Heilpädagogin Nicole Mathauser leistet.

Heute hat Peter (Name geändert) es richtig gut gemacht: Der Fünfjährige hat eine lange Partie von „Cheese please“ gespielt und dabei geduldig gewartet, bis er beim Würfeln an der Reihe ist. Das Spiel gewinnt zwar ein anderer, doch Peters Käsefigur ist vorne mit dabei – und er freut sich sichtlich über das Lob von Nicole Mathauser. Für Peter ist das Spiel eine große Leistung. Denn gerade abwarten, dranbleiben und konzentrieren sind nicht seine Stärken. So wie vier andere Kinder aus der SOS-Kita, die Mathauser jede Woche eine knappe Stunde lang im Haus Mosaik fördert, hat er „besondere Bedürfnisse“. Deshalb unterstützt die Heilpädagogin die Kleinen gezielt in ihrer Entwicklung und fördert insbesondere ihre sozialen, emotionalen und kommunikativen Fähigkeiten. Mathauser arbeitet dabei oft mit Kleingruppen. Denn in ihnen können diese Fähigkeiten im geschützten Rahmen gut gelernt werden können. Mit Peter sind heute drei weitere Buben gekommen. Nach dem Cheese-Spiel wollen sie an die Rollenrutsche. Dazu wird erst einmal das Mattenpuzzle ausgelegt und dann die Rutsche in die Sprossenwand eingehängt. Der helle, freundliche Therapieraum im Untergeschoss des Haus Mosaik bietet ideale Bedingungen für den Fachdienst: Tisch und Stühle für Spiel- und Bastelarbeiten, aber auch genügend Platz und Geräte für Tobespiele. Denn auch bei diesen nehmen die Kinder sich selbst wahr und entdecken ihre eigenen Fähigkeiten. Gelingt etwas nicht, müssen die Kinder bestimmte Regeln, die gemeinsam erarbeitet werden, einhalten. So lässt Mathauser die Jungs gleich nach dem wilden Rutschbeginn aushandeln, nach welchen Regeln gerutscht wird. So fördert sie ganz unbemerkt den Austausch untereinander und soziale Kompetenzen wie Ideen einbringen, Zuhören und gemeinsam entscheiden. Wird es trotz Regeln zu wild, holt die Heilpädagogin die Buben in den Sitzkreis und bespricht Alternativen. Dabei achtet sie besonders darauf, dass die Gesprächsregeln eingehalten werden. Denn für Peter sind klare Strukturen wich­tig. Deshalb arbeitet die Heilpädagogin und Erzieherin auch gerne mit längeren Projekten wie den Rittern, zu denen die Buben in den vergangenen Wochen Geschichten gelesen, ein Buch gebastelt und Lieder gesungen haben. Dazu gibt es dann auch kleine Hausaufgaben wie das Puzzle, bei dem die Jungs Streifen ausschneiden und richtig wieder aufkleben müssen. Da sind dann auch die Eltern gefragt. Mit diesen arbeitet Mathauser ohnehin eng zusammen – so wie auch mit den Erzieherinnen im Kindergarten, die die Heilpädagogin entsprechend berät. Zudem steht sie im Austausch mit Fachdiensten und Kinderärzten. Schließlich wollen alle zusammenhelfen, damit Peter seine Fähigkeiten optimal ausbauen kann. Auf dem besten Wege dazu ist er bereits.

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