"Findlinge" an der Straße

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Im Gegensatz zu früher unübersichtlich, aber rechtens: die Abgrenzung am Grundstück nördlich der Bahnhofstraße und gegenüber der „Hex“ (links).

Denklingen – Zentnerschwere und bis zu einem Meter hohe Findlinge, die ein Grundstück zur Straße abgrenzen, bilden in Denklingen den „Stein des Anstoßes“. Sie liegen am Rand des weiträumigen Geländes, das ein privater Eigentümer von der Bahn erwor- ben hat. Zwar wird an der Ortsausfahrt Richtung Epfach der geforderte Abstand zur Kreisstraße LL 16 mit einem halben Meter eingehalten, doch ist die Situation an der engen Kurve gegenüber der Gaststätte „Die Hexe“ speziell für Rad- und Autofahrer unübersichtlich. Außerdem ist im Dorf Kritik zu vernehmen, was die gestalterische Abgrenzung des Areals betrifft.

„Da ham mer an Saustall da draußen, dass man sich schämen muss.“ Mit diesen Worten beschrieb neulich Ludwig Preisinger (Denklingen) seinen Eindruck vom Areal an der Bahn- hofstraße mit den Findlingen und mit der Kiesaufschüttung. Preisinger äußerte sich auf dem Informationsabend zum ehemaligen Gasthaus Hirsch. Er ermunterte die Gemeinde ausdrücklich, die alte Wirtschaft zu erwerben und zum Rathaus umzubauen. So könne vermieden werden, dass ein privater Käufer zum Zug komme und womöglich im Dorf über Jahre ein weiterer Schandfleck vorhanden sei.

Stefan Henle, der die Gastronomie „Die Hexe“ betreibt, hatte das Gelände früher zusammen mit zwei weiteren Gewerbetreibenden aus Denk- lingen angepachtet. Er konnte und kann zwar direkt vor der Wirtschaft die erforderlichen Stellplätze nachweisen. Doch war es für Besucher des stark frequentierten Bistros oft naheliegend, das Auto auf dem Areal gegenüber der Kreisstraße zu parken.

Aufschüttung

Darauf müssen die Gäste, die mit dem Pkw kommen, seit mehreren Monaten verzichten. Denn Daniela und Winfried Vetter vom Klavierhaus „Alles Piano“, das sich auf dem nächsten Grundstück ortseinwärts befindet, haben das Grundstück mit Option auf eventuelle Erweiterung erworben. Und sie haben die Fläche nach dem Kauf entlang der LL16 mit zentnerschweren Steinen, die aus einem Betrieb in Hohenfurch stammen, sowie mit einer Kiesaufschüttung klar abgegrenzt. Daniela Vetter begründet dies auf Anfrage damit, dass so einer Verschmutzung des Geländes, aber auch dem nicht berechtigten Parken vorgebeugt werde.

Franz Kreuzer von der Polizei in Landsberg informiert, dass die Positionierung der Steine rechtens sei. „Innerorts reicht ein halber Meter Abstand zur Straße“, schildert der Pressesprecher, der zugleich Verkehrsreferent ist. Dies sei ausreichend für das Sichtdreieck, zumal in diesem Bereich nahe des Bahngleises nur 20 Stundenkilometer erlaubt sind. Außerhalb der Ortschaft sei eine solche Abgrenzung zur Straße freilich nicht erlaubt.

Bürgermeister Michael Kießling vertritt die Ansicht, dass trotz des einen oder anderen Naserümpfens mit Blick auf die Gestaltung diese Grenzziehung den Vorgaben entspreche. Dieses Kriterium sei aus gemeindlicher Sicht der entscheidende Punkt.

Mit dem Straßenbau

Gleichwohl räumt Kießling ein, dass die Verkehrssituation am südöstlichen Ortsausgang noch nicht befriedigend sei, zumal der Gehsteig an der Einmündung der Birkenstraße ende. Fußgänger, die Richtung „Hexe“ unterwegs seien, nutzten zwar meist den Grünstreifen südlich der Bahnhofstraße nutzen, doch dies sei keine befriedigende Dauerlösung.

Nur möchte die Gemeinde den Weg für Fußgänger wegen Höhenniveaus und des Vorteils gemeinsamer Arbeiten zeitgleich mit dem Ausbau der Kreisstraße LL 16 vornehmen. Dieses Projekt nehme der Landkreis Landsberg wohl für 2018 ins Visier, blickt Bürgermeister Kießling voraus, der selbst dem Kreistag angehört. Freilich ist es bei der Maßnahmenliste für die Kreisstraßen manchmal zu zeitlichen Verschiebungen gekommen.

Johannes Jais

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