Wandelnde Kunst

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Anlässlich der 11. Wasserburger Theatertage wandelten „Die Stelzer” als „Pulcinelli” durch die Gassen.

Landsberg – „Die Stelzer” zu Gast in Wasserburg am Inn. Mit mobilen Inszenierungen im Gepäck und in großer Besetzung – einer Crew von 32 Personen – warteten sie anlässlich der 11. Wasserburger Theatertage auf. Dabei trotzten sie dem schlechten Wetter und zogen als wandelnde Kunstwerke durch die Gassen der Altstadt.

Trotz des Regens gab es doch so einige Zuschauer, die aus den Gassen und aus den Häusern auf dem Marktplatz zusammen kamen. „Die Stelzer” überraschten das Publikum mit immer neuen Bildern und Gestalten: Mal zeigten sie Szenen im Stil der Commedia dell’Arte und neckten das Publikum als freche Pulcinelli, mal schritten sie im edlen Gewand einer Haute-Couture-Show durch die Stadt. 

Und schließlich verblüfften sie als farbenfrohe Zauberwesen in prächtigen Kostümen. So gelang es ihnen, Farbe und Frohsinn in diesen tristen Tag und ein Lächeln auf die Gesichter der Zuschauer zu zaubern. Das umfangreiche Programm konnte durch die große Besetzung gut umgesetzt werden. Der neue Stelzer-Nachwuchs durfte mit dabei sein. Die 14 Jugendlichen lernen erst seit wenigen Wochen das Stelzenlaufen und trainieren emsig für das Ruethenfestspiel „Licca Line”. „Die Bedingungen waren insgesamt nicht ganz einfach“, erzählt Peter Pruchniewitz, der gemeinsam mit Wolfgang Hauck das Ensemble leitet. 

„Es gab Kopfsteinpflaster auf den Straßen, das zudem durch den Regen nass und rutschig war. Die Leute hielten aufgespannte Regenschirme in der Hand, was für die Darsteller ebenfalls hinderlich ist, da sie inmitten des Publikums spielen. Durch den Regen waren die Kostüme völlig durchnässt und viel schwerer als sonst. Die Jugendlichen waren jedoch sehr motiviert, ließen sich davon nicht abhalten und wollten unbedingt auftreten.“ Das Stelzenlaufen sei die eine Sache. Eine andere Schwierigkeit, die nicht zu unterschätzen sei: die Vorbereitungsarbeit, bevor man überhaupt loslaufe, so Pruchniewitz weiter. 

Schminken, Anziehen der Kostümteile in der richtigen Reihenfolge und unter Berücksichtigung der hohen Stelzen, Aufsetzen von Maske und Hut, all das sei ein schwieriger und anstrengender Akt. Und ebenfalls eine ganz neue Erfahrung für die 14 „Neuen“. Aber auch für „alte Hasen” gab es neue Aufgaben: Sebastian Leiß, der in „Licca Line“ den riesigen Salzkönig spielen wird, musste etwa erstmals auf 1,60 Meter hohen Stelzen die große Puccinella geben. 

Mit Motivation dabei 

Die unterschiedlichen Anforderungen haben alle mit Bravour bewältigt. „Die Jugendlichen haben sogar schon Kreistänze mit aufgeführt und viel improvisiert. Zum Abschluss gab es ein großes Fotoshooting mit allen Darstellern“, erzählt Peter Pruchniewitz. „Es ist alles sehr gut gelaufen, die Jugendlichen waren sehr diszipliniert und mit großem Spaß dabei. Dafür haben sie auch einen Riesenapplaus bekommen.“ 

Mit gerade mal neun Jahren war Paul Elsen aus Schondorf der jüngste der Gruppe. Er spielte einen der Pulcinelli. „Auch wenn es geregnet hat, war der Auftritt total cool“, schwärmt er. „Wir mussten ganz oft stehen bleiben, weil uns so viele Leute fotografieren wollten, sogar aus den Häusern oder aus ihren Autos heraus. Viele haben uns auch direkt angesprochen und gelobt,“ freut er sich.

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