Trotz Kälte viele Besucher

Sternenstaub bei der 16. Spielzeit des Landsberger Kunstautomaten

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Landsbergs „bester, größter und einziger Barde“: Erik Müller begleitete die Vernissage des Landsberger Kunstautomaten am Spitalplatz musikalisch.

Landsberg – Wenn die 20er beginnen, muss man das auch hören. Dachte sich der musikalische Begleiter der Vernissage zur 16. Spielzeit des Landsberger Kunstautomaten Erik Müller. Und stimmte die trotz Kälte zahlreichen Besucher am Spitalplatz mit passender Musik ein – aus dem Jahr 1720. Dazu gab‘s fünf neue Kunst-Serien in fünf Schächten. Besonders begehrt: die „Findlinge“ der AWO Dießen.

Über die Arbeiten der AWO Dießen freue er sich ganz besonders, leitete Kunstautomaten-Regisseur Gregor Netzer seine kurze Vorstellung der in dieser Spielzeit vertretenen Künstler-Serien ein: „Das ist auch der Sinn des Kunstautomaten: Kunstwerke von allen in die Öffentlichkeit zu bringen.“ Es seien „klassische Art-trouvé-Stücke“, verspricht der Landsberger Hutträger: in Acryl-Rechtecke eingegossene „Findlinge“ – mal ein Stück Stanniolpapier, dann eine Perle, mal eine als Sternenstaub bezeichnete Pusteblume samt festgehaltener Fallschirmchen.

Mit der Urform der Mandorla beschäftigen sich die Arbeiten von Bettine Braun aus Utting. Mandorla ist sozusagen der mandelförmige Ganzkörperheiligenschein, der oftmals Christus in Darstellungen umgibt. Braun zeigt die Form als Entstehungsprozess in Kreidezeichnungen auf farbigem Karton. „Wenn Claudio malt, malt er im Quadrat“, stellte Netzer Claudio Wingefeld aus Berlin, jetzt Uttinger vor. Weshalb seine Serie auch so heißt: „Quadrat“. Für den Landsberger Kunstautomaten packt der Künstler seine Werke in die laut Netzer „kleinste Schattenfuge der Welt“.

Aus Starnberg ist Künstlerin und Kuratorin Katharina Kreye dabei. Neben der Fotografie liebt sie auch Hunde – und bannt deren Schicksal in Tuschezeichnungen auf Leporellos unter dem Motto: „Da steckt der Hund drin.“ Zusätzlicher Anreiz: In einer Schachtel ist ein Fotogutschein drin – für Hund oder Mensch. Fünfter im Bund ist der Münchener Peter Untermaierhofer. Mit seinen „lost places“, Fotografien von verlassenen, nicht mehr ‚gebrauchten‘ Orten hatte er 2018 bereits seine erste internationale Ausstellung in der Schweiz. Auch die Sperrzone rund um Tschernobyl lichtete er fotografisch ab. Im Automaten haben seine Fotografien jetzt Platz auf ‚Mikroleinwänden‘ gefunden.

Der von Netzer als „Landsbergs bester, größter und einziger Barde“ vorgestellte Erik Müller improvisierte abschließend. Songtitel: An einem kalten Sonntagnachmittag an einer verkehrsreichen Straße in Landsberg.“ Wie immer drängelten sich die Gäste am Geldeinwurf. Die AWO-Findlinge wurden rasant reduziert. Bevor aber der letzte verschwand, stockte der Automat – vielleicht die Kälte, die ihn kurz außer Betrieb setzte. "Ab Dienstagnachmittag ist aber wieder alles in Butter", versichert Netzer. Die Jagd nach dem letzten Findling kann also beginnen.
Susanne Greiner

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