Stets ein ausverkauftes Haus

Ein Höhepunkt des ersten Jahrganges in der Alten Bibliothek: Unter dem Motto „Primadonna mal zwei“ präsentierten sich Sopranistin Elaine Ortiz-Arandes (links) und Mezzosopranistin Rita Kapfhammer (rechts), begleitet von Pianistin Anke Schwabe, ganz intim. F.: Pönitzsch

Freunde klassischer Musik in intimer Atmosphäre können aufatmen: Die Reihe „Kammermusik in der Alten Bibliothek“ des ehemaligen Jesuitenkollegs wird fortgesetzt. Von September bis Mai 2011 stehen wiederum fünf hochkarätige Konzertabende in dem 260 Jahre alten Saal mit der für Kammermusik idealen Akustik auf dem Programm.

Dem Organisator der Musikreihe, Franz Lichtenstern vom Staatstheater am Gärtnerplatz München, gelang es auch diesmal, hervorragende Künstler zu verpflichten. So ist für den Auftakt schon am 26. September, der dem 200. Geburtstag Robert Schumanns (1810 - 1856) unter anderem mit dem Klavier­trio F-Dur, Opus 80 und dem Streichquartett A-Dur, Opus 41/3, gewidmet ist, der Tenor Robert Sellier angekündigt. Der mit zahlreichen Stipendien und Preisen bedachte, 1979 in München geborene Sänger glänzt mit einer wunderbaren Stimme und einem für sein Alter beträchtliches Repertoire. Als zusätzliches Schmankerl liest Klaus Schulz aus Schumann-Briefen an dessen Gattin Clara. Oliver Messiaens (1908 - ’92) „Quatuor pour la fin du temps“ (Quartett für das Ende der Zeit“) liefert dem Konzertabend am 7. November den Namen. Es ist eines von nur acht kam­mer­musikalischen Werken des französischen Komponisten, an dem er vor genau 70 Jahren im deutschen Kriegsgefangenenlager Görlitz-Moys arbeitete und das im Januar 1941 vor etwa 400 Kriegsgefangenen uraufgeführt wurde. Die ungewöhnliche Instrumentierung ergab sich aus den im Lager verfügbaren Musikern, einem Klarinettisten, einem Geiger und einem Cellist – Messiaen hatte den Klavierpart selbst übernommen. Der Titel des Quartetts sowie drei seiner acht Sätze verweisen auf die Offenba- rung des Johannes: „... Es soll hinfort keine Zeit mehr sein, sondern in den Tagen, wenn der siebente Engel seine Stimme erheben und seine Posaune blasen wird, dann ist vollendet das Geheimnis Gottes...“. Das Klarinettenquintett KV 581 von Mozart bildet einen weiteren Part des Konzertabends. Nach der Winterpause am 13. Februar gibt es unter dem Motto „Originalklang“ Barock-Werke auf historischen Instrumenten, so einer Trauersflöte, einem Barockcello, einer Barockvioline und natürlich einem Cembalo. Die in der ersten Konzertreihe begonnene Schönberg-Folge wird mit Teil drei am 27. März fortgesetzt, wobei es diesmal um das Streichtrio Opus 45 geht sowie um ein Strauss- und ein Brahms-Sextett. Spannung verspricht das 2009 komponierte Werk „Epitaphium“ von Graham Waterhouse. Der 1962 in London geborene Komponist und Cellist, der seit 1992 in München lebt, zeichnet sich durch eigenwillige Klangkompositionen aus. Diesen Abend werden Musiker der Münchner Philharmoniker gestalten. Fortsetzung folgt Den Abschluss der Konzertsaison bildet „Schubert 1“, womit angekündigt ist, dass es im Herbst kommenden Jahres mit „Kammermusik in der Alten Bibliothek“ im dritten Jahrgang weitergehen sollte. Die der ersten Auflage hatte sofort einen festen Liebhaberkreis gefunden. In der Summe weit über 500 Konzertbesucher sorg­ten für ein stets ausverkauftes „Haus“.

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