Stets nach der Mehrheit gehen

„Ideale Startbedingungen“ bescheinigte Regierungspräsident Christoph Hillenbrand (rechts) dem neuen Landsberger Oberbürgermeister, Mathias Neuner (links). Foto: Osman

Der neue Oberbürgermeister der Lechstadt, Mathias Neuner (CSU), ist gestern offiziell in sein Amt eingeführt worden. Aus diesem Anlass traf sich der Stadtrat im Historischen Rathaus­saal zu einer Festsitzung, in deren Rahmen Neuner vereidigt wurde. Regierungspräsident Christoph Hillenbrand nahm an der Veranstaltung ebenso teil wie die beiden Amtsvorgänger Neuners, Ingo Lehmann (SPD) und Franz Xaver Rößle (UBV), sowie Landrat Walter Eichner und zahlreiche weitere Vertreter des öffentlichen Lebens.

Stadträtin Martha Borgmann nahm Neuner vor dem bis auf den letzten Platz besetzten Saal den Amtseid ab. Sie kennt Neuner fast so lange wie seine eigenen Eltern, verriet das frisch­gebackene Stadtoberhaupt anschließend in seiner Ansprache. „Als ich ein halbes Jahr alt war, zogen wir in die Nachbarschaft von Frau Borgmann. Damals konnte sie sich sicher nicht vorstellen, dass dieser kleine Rotzlöffel mal OB werden würde.“ Zu jener Zeit sei Landsberg noch eine kleine graue Garnisonsstadt gewesen, „heute ist es bunt“. Mit guten Steuereinnahmen und noch immer wachsenden Bevölkerungszahlen übernimmt Neuner ein gut bestelltes Haus, doch auch Herausforderungen warten auf ihn. Schuldenabbau, die Bewältigung des demographischen Wandels und der Energiewende sieht er als die wichtigsten Aufgaben seiner achtjährigen Amtszeit an. Einer Amtszeit, in der er sich nicht verbiegen und es ausdrücklich nicht allen Recht machen will. Nicht nach den Lautstarken solle es gehen, sondern nach der Mehrheit, versprach Neuner. Schmuckstücke Regierungspräsident Hillenbrand bescheinigte dem 45-Jährigen „eine beachtliche To- Do-Liste“, aber auch ideale Startbedingungen. „Landsberg ist ein Schmuckstück.“ Dies sei auch Neuners Vorgänger Lehmann zu verdanken, dem Hillenbrand den größten Teil seiner Ansprache widmete. Lehmann habe Landsberg zukunftsfähig ausgerichtet und dazu beigetragen, dass es eine der beiden Städte mit der höchsten Lebensqualität in ganz Deutschland sei. „Darauf können Sie stolz sein.“ Etliche Projekte habe die Stadt alleine gestemmt, zu anderen gab es Zuschüsse vom Bezirk – während Lehmanns zwölfjähriger Amtszeit insgesamt vier Millionen Euro. Der Hauptplatzumbau fand in sämtlichen Reden statt. Für Hillenbrand ist er Lehmanns Meisterstück, Mathias Neuner will ihn „genauso wie geplant“ umsetzen, und Landrat Walter Eichner (CSU) sorgt sich, dass bis zum Abschluss der Maßnahme Landsbergs Anziehungskraft auf die Landkreis­gemeinden Schaden nehmen könnte. „Geben Sie dem Umland das Gefühl, dass es trotz der großen Baustelle in Landsberg willkommen ist.“ Direkte Kooperation Stadt und Umland seien wechselseitig aufeinander angewiesen, so der Landrat. In einigen Projekten werde es eine direkte Kooperation zwischen Stadt und Landkreis geben. Eichner nannte beispielhaft die mögliche Errichtung einer Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber durch die Regierung von Oberbayern in der Lechrainkaserne, aber auch die Errichtung von Windkraftanlagen. „Dieses Thema werden wir mit Schwung anpacken.“ Bürgermeister Norbert Kreuzer (CSU) fiel die Aufgabe zu, Neuner die 135-jährige Amtskette umzuhängen und nach Abschluss des offiziellen Teils gleich wieder abzunehmen – „die muss wieder in den Tresor“. Er wünschte Neuner das Vertrauen der Öffentlichkeit, ohne das ein Amt wie das des Oberbürgermeisters nicht ausgeübt werden könne. Auch müsse wieder mehr Diskretion und Vertraulichkeit in der Stadtpolitik Einzug halten, forderte Kreuzer.

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