25 Jahre Stadtbibliothek Landsberg am Lech im Lechstadel

Von der Stadtbücherei zur Stadtbibliothek

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Moderne und frische Optik: Seit Dienstag, 13. Februar, und damit auf den Tag genau 25 Jahre nach der Eröffnung im Lechstadel, heißt die Stadtbücherei nun offiziell Stadtbibliothek.

Landsberg – Claudia Buchecker kann sich noch gut an die Nacht vor der Eröffnung erinnern. „Ich hatte regelrecht Albträume“, erzählt die Referatsleiterin der Stadtbücherei Landsberg. Was, wenn kein Leser den Weg in das neue Domizil in der Lechstraße finden würde? Was, wenn sich der Umzug von den ehemals beengten Räumlichkeiten an der Karolinenbrücke in das weitläufige Areal des Lechstadels als Fehlentscheidung erweisen sollte, der Bedarf für diese kulturelle Einrichtung nicht gebührend anerkannt werden würde? Allein – die Befürchtungen der Diplom-Bibliothekarin Claudia Buchecker sollten sich bereits am darauffolgenden Morgen in Schall und Rauch auflösen: Eine lange Schlange an Neugierigen hatte sich am Tag der Eröffnung vor den Türen der Stadtbücherei gebildet, 379 Leser ließen sich am 13. Februar 1993 eine Mitgliedskarte ausstellen.

Mit Stichtag 13. Februar jährt sich der Umzug dieser Institution in den Lechstadel zum 25. Mal. Grund genug für Referatsleiterin Claudia Buchecker, einen Blick zurück zu werfen, aber auch einen in die Zukunft zu wagen. 

Mit der Eröffnung in den neuen Räumlichkeiten bekam die Stadtbücherei in Person Claudia Bucheckers 1993 erstmalig eine fachliche Führung. Ihren Beruf hat die agile Referatsleiterin von der Pike auf gelernt, hat – wenn man so will – noch die analoge Form der Katalogisierung und Inventarisierung durchlaufen. Die Weiterentwicklungen ihres Ressorts, die Auswirkungen der Digitalisierung weiß sie deshalb durchaus zu schätzen. Gelten in anderen Branchen die Zeichen der Zukunft durchaus als Vernichter alter Traditionen, profitieren – in Claudia Bucheckers Augen – gerade Institutionen wie Büchereien davon. „Ist früher eine Karteikarte nicht richtig abgelegt worden, war es nahezu unmöglich, das gewünschte Buch im Arsenal noch zu finden“, erinnert sie sich. Heute kann das nicht mehr passieren, dem Digitalen Zeitalter sei Dank. 

Sind beide seit 1993 dabei und gehören zur Stadtbibliothek Landsberg wie das Buch selbst: Sonja Wolf (li.) und Referatsleiterin Claudia Buchecker.

Mit Claudia Buchecker an der Spitze eines mittlerweile siebenköpfigen Teams hat die Stadtbücherei im Laufe der Jahre viele Modernisierungen durchlaufen. Versperrt hatte man sich dem Einzug Neuer Medien wie CDs und DVDs genauso wenig, wie der Einführung eines Leihsystems, das bequem von Zuhause aus zu bedienen ist. Die sogenannte „Onleihe“, im Falle der Landsberger Stadtbücherei hatte man sich für das System „biblioplus digital“ entschieden, sollte 2015 Einzug in das historische Gebäude an der Lechstraße halten, einem ehemaligen Salzstadel. Diese digitale Form der Bücher- und Medienleihe ist die letzte große Neuerung, die eingeführt werden konnte. Allerdings, so darf angenommen werden, werden sich zukünftig weitere Entwicklungen im digitalen Bereich ergeben. Was dennoch bleiben wird? „Das Buch!“, zeigt sich Claudia Buchecker überzeugt. Zu wichtig sei das Lesen als Kernkompetenz kommender Generationen. „Wer nicht lesen kann, wird in unserer Welt nicht bestehen können!“, ergänzt sie. 

Dieser Maxime wird in der Stadtbücherei Rechnung getragen. „Aushängeschild“ der Institution sind die vielen Kinderveranstaltungen, die jährlich angeboten und sehr gut angenommen werden, auch Kooperationen mit den örtlichen Schulen sowie eine flächendeckende Heranführung von Vorschulkindern an das Thema Lesen gehören dazu. Last not least zählt der Aufenthalt in der Stadtbibliothek noch zu den letzten kommerzfreien Bastionen der Gesellschaft, zeigt sich Claudia Buchecker überzeugt. Denn, wo kann im öffentlichen Raum sonst noch verweilt werden, ohne konsumieren zu müssen? Überhaupt sorgen allein schon die Räumlichkeiten für eine Atmosphäre, in der es sich aushalten lässt. Gerade die wunderschönen Sichtbalken im ersten Stock, die Weitläufigkeit des Areals – und nicht zuletzt die warme Ausstrahlung der Bücher – ziehen Menschen an, über Besuchermangel kann die Stadtbücherei Landsberg nicht klagen. Selbst ein Kaffeeautomat steht zur Verfügung, gegen einen geringen Obolus können heiße Getränke genossen werden. Im Gespräch steht auch die Wiederaufnahme eines Kuchenangebotes, wie es zu früheren Zeiten bereits Schüler der Regens-Wagner-Schule übernommen hatten. Es tut sich also etwas. 

Apropos Veränderung: Pünktlich zum Jubiläumstag am Dienstag, 13. Februar, wird die Stadtbücherei zukünftig zur Stadtbibliothek umfirmiert, auch das Logo der Institution wird sich passend dazu verändern. Eine kleine Überraschung gab es im Rahmen des Jubiläums auch für die Leserkundschaft, die sich exakt am 13. Februar 1993 angemeldet hatte. 

Die Stadtbibliothek Landsberg am Lech, wie die Einrichtung nun offiziell heißt, wird sich im Zuge des Jubiläumsjahres auch hinter die Kulissen blicken lassen: Am Samstag, 5. Mai. findet dazu ein Tag der offenen Tür statt. Neben verschiedenen Programmpunkten, darunter ein Kindertheater, wird eine Abendlesung diesen Tag abrunden. Was die Zukunft für die Stadtbibliothek bringen wird, kann Claudia Buchecker nur mutmaßen. Dennoch zeigt sie sich von einem überzeugt:„Buch plus Digital, beides passt zusammen“, sagt sie. Und selbst den Nicht-Leser kann sie über Umwege abholen: Die Stadtbibliothek verfügt über einen Hotspot, stellt damit unentgeltlich W-Lan zur Verfügung. Und wer den Weg dorthin schon einmal gefunden hat, ja, der findet vielleicht auch zum Buch. 

Regine Pätz

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