STIGEVKONZ bringt Erkenntnisreiches

Für gewöhnlich sind sie einprägsam, weil kurz gehalten, und kommen einem leicht über die Lippen. Die Rede ist von Abkürzungen für allzu lange Wortgebilde. FUN ist auf städtischer Ebene ein gutes Beispiel, dem nun ein weniger gutes gegen­über steht: STIGEVKONZ. Hinter diesen zehn Buchstaben verbirgt sich das „Städtebaulich Integrierte Gesamtverkehrskonzept“. Mitten in der Aufbauphase steckt es, kann aber bereits interessante Erkenntnisse liefern. So hat der Kfz-Verkehr in den wichtigen Einfallstraßen seit der Eröffnung der B17neu um bis zu 20 Prozent und der Schwerlastverkehr sogar zwischen 56 und 73 Prozent abgenommen.

Mit diesen Zahlen wartete am Mittwoch Dipl.-Ing. Christian Fahnberg im Bauausschuss des Stadtrates auf. Das Ingenieurbüro für Verkehrsuntersuchungen im Orts- und Stadtbereich, „kurz“ INGEVOST, hatte bereits im Juli 2008 den Auftrag für eine Verkehrsuntersuchung er­hal­­ten. Vordergründiges Ziel: die Auswirkungen von Fach­markt­zentrum und B17neu behandeln und darüber hinaus für zu­künftige Entwicklungen, ins­be­sondere die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes, das STIGEVKONZ zu erarbeiten. Das beinhaltet auch eine ständig fortzuschreibende Verkehrsmengendatei (VMD), die jederzeit einen schnellen Zugriff auf aktuelle Daten erlaubt und die Verkehrsentwicklung in Landsberg dokumentiert. Nach den Verkehrszählungen in 2008 und im April vergangenen Jahres kann Fahnberg bereits wichtige Tendenzen auf­zei­gen. So liege etwa die Ver­- kehrs­zunahme nach der Er­öff­nung des InCenters Landsberg um 20 bis 30 Prozent unter den Prognosen. Die Ursache dafür dürfte nach Ansicht von Stadtbaumeisterin Annegret Michler in der Einschätzung der Nürnberger Gesellschaft für Kon­sum­for­schung (GfK) über das erwar­tete Kundenaufkommen in den Fachmärkten liegen – „zumindest am Erhebungstag.“ Fahnbergs „erster Ausblick auf die Effekte der Inbetrieb­nahme der B17neu“ stieß im Bauausschuss auf Wohlgefallen. Zehn bis 20 Prozent beim Kfz- und 56 bis 73 beim Schwerlastverkehr hat im wahrsten Sinne des Wortes beruhigende Wirkung. Un­geachtet dessen möchte der Experte noch in diesem Jahr dem „ersten Ausblick“ detaillierte Erkenntnisse folgen lassen. Nachdem der „stadtfremde Durchgangsverkehr“ seit dem 17. September 2009, dem Tag der B 17neu-Freigabe, relativ gering geworden ist, konzentriert man sich jetzt auf den Ziel-, Quell- und Binnenverkehr. „Er macht die Hauptbelastung aus“, sagte Fahnbach, „deshalb müssen wir über diesen Verkehr mehr wissen.“ Eine Mobilitätsbefragung bei der Landsberger Bevölkerung soll hier weiterhelfen – schriftlich und in alle Haushalte. Erfahrungsgemäß liege der Rücklauf bei solchen Aktionen „deutlich über 50 Prozent“, so Fahnberg, „das ist statistisch ausreichend repräsentativ.“ Geplant ist die „Von-nach-Befragung“ für das zweite Quartal dieses Jahres. Ohnehin tendiert Verkehrsexperte Fahnberg für eine möglichst breite Bürgerbeteiligung auf dem STIGEVKONZ-Weg . So soll es baldmöglichst eine Informationsveranstaltung geben. Dringend empfahl er den Rats­mit­glie­dern, einen auf­trags­be­gleiten­den Arbeits- und Lenkungskreis aus der Taufe zu he­ben. Das „Zielkonzept ohne faule Kompromisse“ sei letztlich dem Stadtrat vorbehalten.

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