"Es strahlt und stinkt nicht"

Das Thema Freiflächenfotovoltaik rückt im Lechrain immer mehr ins Bewusstsein der Gemeinden: Nach Denklingen und Apfeldorf – der KREISBOTE berichtete – macht sich jetzt auch Reichling Gedanken darüber, ob und wenn ja, wo, sie in Zukunft derlei Anlagen zulassen will. Der Kommune fachkundig zur Seite stehen soll nun eine Landschaftsplanerin.

Anlass zu der Debatte ist die Bauvoranfrage von Manfred Steininger. Er möchte auf einem 3,8 Hektar großen Grundstück im Westerholz eine Fotovoltaikanlage mit zirka 6600 Modulen errichten. Bürgermeisterin Margit Horner-Spindler wies die Räte darauf hin, dass solche Anlage „nicht privilegiert“ im Sinne des Baurechts seien und die Aufstellung eines Bebauungsplans eine Flächennutzungsplanänderung erforderten. Die Rathauschefin schlug vor, dass sich die Gemeinde erst mal „in Ruhe darüber Gedanken machen sollte, ob und in welchem Umfang im Ort Freiflächenanlagen entstehen sollen“. „Man muss sehr vorsichtig sein, dass man da keinen benachteiligt“, gab Horner-Spindler zu bedenken. In der Vergangenheit hat die Gemeinde schon einige solcher Baugesuche abgelehnt, da die Standorte frei einsehbar gewesen wären. Eine gerechte Lösung gebe es nur, wenn sich eine neutrale auswärtige Person, die nicht wisse, wem die einzelnen Grundstücke gehören, der Planung annehme und die geeigneten Standorte aussuche. Würde bei dieser Betrachtung neben Reichling auch Ludenhausen einbezogen, müsse man dafür rund 1000 bis 1500 Euro ausgeben. Für Reichlings Räte stand zunächst zur Diskussion, ob man solche Anlagen überhaupt wolle. So schlug Joseph Heitmeir vor, die Gemeinde sollte, wie etwa in Vilgertshofen die Gesamtfläche für Fotovoltaik begrenzen. Außerdem sollte man darauf schauen, dass auch Einheimische und nicht nur Investoren zum Zug kämen. Franz Sepp fand Solaranlagen „ökologisch sinnvoll“ und bekräftigte: „Da strahlt nichts und da stinkt nichts.“ Jetzt ist ein Runder Tisch vorgesehen, an dem Gemeinderat, Planerin und eventuell auch ein Vertreter der Naturschutzbehörde im Landratsamt sowie Bürgermeister von Nachbargemeinden, in welchen bereits Fotovoltaikanlagen stehen, teilnehmen sollen. Manfred Stei- ningers Bauvoranfrage stellte der Gemeinderat erst einmal zurück.

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