Strandbadfreunde in Utting abgeblitzt

Markisen-Pest im Fünf-Seen-Land?

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Über die „massive Optik“ der Markise im Biergartenbereich des Uttinger Strandbades gab es heftige Diskussionen bis zur Forderung nach einem Abbau.

Utting – Der Kampf auf eigenem Terrain war bislang vergeblich und wurde wohl erstmal eingestellt. Der von den „Strandbadfreunden Utting“ vehement geforderte Abbau der Scherenarm-Markise im historischen Strandbad am Ammersee rückt nämlich durch die Verlängerung des Pachtvertrages mit Rupert Riedel in weite Ferne.

Dafür ärgern sich die Strandbadfreunde jetzt im fernen Starnberg über eine ähnliche Problematik. Ihre „Allergie“ gegen „verschandelnde“ Sonnen- und Regenschutz-Konstruktionen pflegen sie derzeit mit öffentlicher Empörung über die neue Markise vor der Gastwirtschaft Tutzinger Hof. Auf ihrer Webseite sprechen die Strandbadfreunde gar von einer „Markisenpest in Starnberg“.

In Utting hatten sie bislang vergeblich um den Abbau der Markise über dem Biergartenbereich im Strandbad gekämpft, die vom Gemeinderat im Mai 2014 abgesegnet wurde. Nach der Fertigstellung stellte sich heraus, dass sie etwas zu groß geraten war. Der vom Landrats-

amt Landsberg geforderte Tekturantrag, also die nachträgliche Baugenehmigung für die Abweichungen, passierte daraufhin mit 9:7 Stimmen wiederum den Gemeinderat. Die Biergarten-Gäste des Strandbades konnten also weiterhin bei Sonne, Wind und Regen unbehelligt ihr Bierchen oder die begehrten Strandbad-Burger genießen. Zum Missfallen der Strandbadfreunde, die in einer Bürgerversammlung Stimmung gegen die Markise machten. Man sprach von einer Fehlentscheidung des Gemeinderates, die man korrigieren müsse. Das wirtschaftliche Einzelinteresse des Pächters habe man beim geliebten Strandbad-Kleinod über das Allgemeinwohl gestellt.

Die Strandbadfreunde installierten auf ihrer Webseite zeitweilig sogar eine rückwärts laufende Uhr, die bei Stand Null das Ende des Pachtvertrages mit Rupert Riedel anzeigen sollte. Dann hätte Rupert Riedel laut Vertrag mit der Gemeinde die rund 40.000 Euro teure Markise auf seine Kosten entfernen müssen.

Daraus wird zumindest die nächsten fünf Jahre wieder nichts. Denn der Uttinger Gemeinderat beschloss in nichtöffentlicher Sitzung die Verlängerung des Pachtvertrages mit Rupert Riedel bis zum Jahr 2023, wie Bürgermeister Josef Lutzenberger dem KREISBOTEN gegenüber bestätigte. Allerdings befinde sich der Passus über den Rückbau der Markise nach Beendigung nach wie vor im Vertrag. Die Verlängerung mit Riedel, der seit 1991 die der Gemeinde gehörende Freizeitoase betreibt, bezeugt wohl die Zufriedenheit mit seiner Arbeit.

Bei den tropischen Temperaturen in diesem Sommer waren die Gäste des Strandbad-Biergartens jedenfalls heilfroh über die schattenbringende Markise. Mit ungetrübten Blick auf See und Sprungturm ließ sich die Hitze gut aushalten. 

Dieter Roettig

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