Wolfsgasse wird zu TOP 1a

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Die Wolfsgasse im Dießener Ortsteil soll ausgebaut werden. Einige Anlieger, auf die nun Ausbaubeitragszahlungen zukommen, sind dagegen.

Dießen – Flexibel hat sich der Bauausschuss des Marktgemeinderats vergangene Woche in seiner Feriensitzung gezeigt: Trotz einer vollgepackten Tagesordnung wurde der „Ausbau der Wolfsgasse“ als Tagesordnungspunkt 1a spontan auf die Agenda gesetzt. Angesprochen hatte das Thema Hanni Baur (SPD). Sie hatte, wie auch andere Ratsmitglieder und der KREISBOTE ein Schreiben von Anliegern bekommen, die sich gegen den geplanten Ausbau der kleinen Straße im Ortsteil St. Georgen aussprechen. Der Gemeinde selbst lag es zunächst nicht vor, auch kein schriftlicher Antrag.

Weshalb der Ausbau aus technischer Sicht notwendig ist, erläuterte Bürgermeister Herbert Kirsch anhand einer schriftlichen Stellungnahme des Ingenieurbüros Christoph Wohlfahrt aus München. Die Wolfsgasse sei nie erstmalig als Erschließungsstraße hergestellt worden. Der Unterbau sei nicht frostsicher, die Oberfläche lediglich mit einer drei bis vier Zentimeter dünnen Asphalt-Spritzdecke provisorisch befestigt und weise mittlerweile starke Ausbrüche auf. Der Abschnitt zwischen Winkelsteg und Martinsfeld sei noch ein Kiesweg. 

Eine geordnete Straßenentwässerung sei nicht vorhanden, stattdessen fließe das Oberflächenwasser in die benachbarten Grundstücke und hinunter zum Winkelsteg. Durch Ausspülungen und Schlaglöcher würden vor allem die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer beeinträchtigt. Seit 2012 habe es in der zirka 60 Jahre alten Wasserleitung vier Rohrbrüche gegeben. Laut der fachlichen Stellungnahme ein deutliches Signal, dass eine Leitungssanierung notwendig sei. 

Demnach sei es im Zuge der Kanalsanierung sinnvoll, auch die Straße auszubauen und die Oberfläche technisch einwandfrei zu befestigen. Die Anlieger möchten allerdings den „dörflichen Charakter“ ihre niedrig frequentierte Straße erhalten wissen. Die geplanten Entwässerungsmaßnahmen widersprechen ihrer Ansicht nach den „aktuellen ökologisch erforderlichen Leitprinzipien der Regenwasserbewirtschaftung auf Straßen“ die eine großflächige Versickerung empfehlen. 

Der Bauausschuss sprach sich jetzt erneut einstimmig für den Ausbau der Straße aus. Bürgermeister Kirsch kündigte für den 8. September eine Anwohnerversammlung an, bei der die Planung vorgestellt werden soll. Zwar sei der Ausbau für die Anwohner mit Beitragszahlungen verbunden, notwendig sei er trotzdem, fasste Hanni Baur zusammen. Für Unmut bei einem Anwohner sorgt auch die Tatsache, dass der Bürgermeister selbst nicht zur Kasse gebeten werde. Kirschs Haus wird zwar über die Wolfsgasse angefahren, befindet sich aber baurechtlich gesehen bereits im Außenbereich: am Winkelsteig 2. 

In einem anonymen Schreiben wirft man Kirsch vor, sich in seiner letzten Amtsperiode eine neue Zufahrt zu verschaffen. Kirsch will geht darauf nicht näher ein, erklärt aber grundsätzlich: „Ich bin ich von der Ausbaumaßnahme nicht betroffen, weil etwa 40 Meter der öffentlichen Straße (Wolfsgasse, d. Red.) zu meinem Grundstück nicht ausgebaut werden.“

Ursula Nagl/Toni Schwaiger

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