Landsberg leuchtet

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Thomas Jakob von den Stadtwerken tauscht aus: Alle alten Leuchtmittel in Landsberg sollen bis Ende 2015 durch LEDs ersetzt werden.

Landsberg – „Ich bin mit den Spinnen schon per Du“, lacht Thomas Jakob, einer der Stadtwerke-Mitarbeiter, der gerade mit dem Leuchtmitteltausch in Landsberg beschäftigt ist. Neben Tauschen macht er auch gleich sauber. In der Altstadt sind die Arbeiten abgeschlossen. Bis zum Ende des Jahres sollen noch weitere 1200 LED-Leuchtmittel die alten ersetzen.

Dafür wurden in der Altstadt warmweiße Lampen verwendet, in den anderen Gebieten werden es, bis auf verkehrsberuhigte Zonen, neutralweiße sein. Die Umrüstung ist relativ einfach, es muss nur das Vorschaltgerät der Leuchten inaktiviert werden – denn das ist bei den neuen LEDs schon im Leuchtmittel selbst enthalten. Man könnte also so eine Straßenlampe ohne Probleme bei sich zu Hause in die Fassung drehen. Seit April werden die sogenannten „ineffizienten Leuchtmittel“ aufgrund der erweiterten Energiesparverordnung der EU nicht mehr hergestellt. Damit fallen die Quecksilberdampflampen weg, die in Landsberg seit 30 Jahren leuchten. 

Aber auch Neonlampen und Natriumdampflampen werden ersetzt, auch wenn diese noch hergestellt werden: „Es geht darum, schnell Strom zu sparen“, sagt Alfons Tschech vom Referat Tief- und Straßenbau Landsberg. Er rechnet das vor: Wenn alle 3600 Leuchten in der Stadt durch LEDs ersetzt werden, spart die Stadt pro Jahr 1 Million Kilowattstunden, das sind 60 Prozent des aktuellen Stromverbrauches, insgesamt 60000 Euro. Und auch der CO2-Ausstoß vermindere sich durch den niedrigeren Stromverbrauch: „Hochgerechnet sind das dann 156 Tonnen CO2 pro Jahr, die wir einsparen.“ 

Die LED-Leuchtmittel für Landsberg kosten pro Stück gute 80 Euro, dazu kommt noch die Arbeitszeit, die man zum Wechseln benötigt. Insgesamt setzt Alfons Tschech die Kosten für die Umrüstung bei 150000 Euro an. Berthold Lesch und Wolfgang Buttner, erster und zweiter Vorsitzender der Landsberger Energieagentur LENA, haben den Tausch mit vorangetrieben. „In Kommunen ist der Stromverbrauch der Straßenbeleuchtung der höchste einzelne Posten vom Gesamtstromverbrauch“, gibt Buttner zu bedenken. Und die Kosten für ein neues Leuchtmittel amortisierten sich bereits nach zwei Jahren. Die LED-Lampen sollen bis zu zehn Jahren halten. Aber der technische Fortschritt sei rasant, gibt Lesch zu bedenken: Die Effizienz der zurzeit verfügbaren LEDs sei bereits besser als bei allen anderen verfügbaren Lichttechniken, weshalb es auch Sinn mache, selbst die energiesparenden Natriumdampflampen zu ersetzen. 

Wegen dieses technischen Fortschrittes solle man nicht unbedingt die ganzen zehn Jahre warten: „Man kann auch die LED-Leuchtmittel nach zwei oder drei Jahren austauschen und gegen neuere ersetzen.“ Die Stromersparnis sei so hoch, dass sich dieser frühe Tausch lohne. „Wegschmeißen ist dann günstiger als behalten“, betont Lesch. Auch von der Ökobilanz her sei daran nichts auszusetzen: die Stromeinsparung von nur einer Woche reiche, um die Herstellung zu amortisieren. 

Die Kommunen des Landkreises seien auch an einer Ersetzung durch LEDs interessiert, berichtet Lesch. „Aber dort bestehen noch Wartungsverträge mit den Lechwerken LEW, das kann noch ein bisschen dauern.“ Das bestätigt auch Buttner: „Gerade erst hat die Gemeinde Reichling einen neuen Wartungsvertrag für sechs Jahre unterschrieben – mit den alten Leuchtmitteln. Da hat die LEW ihren Kunden nicht so ganz optimal beraten.“

Susanne Greiner

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