Gemeinsame Sache mit dem Osterhasen

Ein Osterei vom Vogel Strauß

+
Sie helfen dem Osterhasen beim Bemalen der riesigen Straußeneier: Sarah und Hannah (links) sowie Andi und Felix im Straußennest Wiedemann bei Hofstetten (rechts).

Hofstetten – Ein märchenhaftes Joint Venture spielt sich derzeit in Memming bei Hofstetten ab. Da machen gewaltige Straußenhennen gemeinsame Sache mit dem Osterhasen. Für das „Straußennest Wiedemann“ produzieren sie in Teamwork die größten Ostereier der Welt. Im Hofladen der Straußenfarm mit über 50 Riesenvögeln wird das Ergebnis der Zusammenarbeit präsentiert: Volle Eier zum Braten und Backen, leere Eier zum Bemalen und Verzieren sowie fertige bunte Eier als dekorativer Blickfang und vieles mehr.

Ein Besuch mit Kindern – gerade zur vorösterlichen Zeit – lohnt sich immer, zumal man auch die größten Laufvögel der Welt auf dem Freigehege bestaunen kann. Barbara und Klaus Wiedemann erklären ihren Besuchern gerne alles Wissenswerte über den flugunfähigen Strauß. Die ursprünglich in Afrika beheimateten Strauße werden bis zu 2,80 Meter groß und bis zu 150 Kilogramm schwer. Sie können bis zu 70 Kilometer pro Stunden schnell laufen. Die Allesfresser picken etwa 30.000 Mal am Tag ihr Futter auf, hauptsächlich Körner, Blätter und Insekten. Sie kauen nicht, sondern zerkleinern ihre Nahrung mit über einem Kilo Steinchen im Magen, die sie verschluckt haben.

Gemeinsame Sache mit dem Osterhasen

Die Straußenhennen legen nicht ganzjährig Eier, wie normale Haushühner, sondern nur von April an bis hinein in den Spätsommer. Es ist also etwas ganz besonderes, wenn man so ein Riesenei ergattert, das schon mal bis zu 1.800 Gramm wiegt und dem Inhalt von 20 bis 25 Hühnereiern entspricht. Die Köstlichkeit ist extrem cholesterin- und fettarm und ergibt als Rührei oder Omelette bis zu zehn Portionen. Die Straußeneier für 20 Euro das Stück lassen sich laut Barbara Wiedemann genau so verarbeiten wie Hühnereier, das heißt man kann sie kochen, braten, pochieren und zum Backen verwenden.

Straußeneier haben eine äußerst dicke und stabile Schale. Klaus Wiedemann behauptet sogar, dass sich ein einhundert Kilogramm schwerer Mann auf ein Straußenei stellen kann, ohne dass es zerbricht. Zum Öffnen braucht man entsprechendes Werkzeug wie Bohrmaschine, Akkuschrauber oder Winkelschleifer. Nach dem Entleeren kann man mit den Schalen allerhand anfangen.

Das zeigen bravourös die Wiedemann-Kinder Sarah (14) und Andi (11) sowie Nichte Hannah (15) und Neffe Felix (13). Sie assistieren derzeit dem Osterhasen und bemalen die Rieseneier mit Porzellan- und Acrylfarben. Durch die Größe der Eier lassen sich faszinierende Motive aller Art aufbringen. Sogar tolle Basteltipps haben die Wiedemann auf Lager. Bohrt man zum Beispiel rundum Löcher in die Schalen, kann man daraus eine LED-Lampe fertigen, garantiert ein Blickfang.

Im Hofladen der Straußenfarm machen weibliche Kunden große Augen, wenn sie unter anderem die bunten Handtaschen, Geldbörsen und Gürtel aus Straußenleder entdecken. Die lassen die Wiedemanns allerdings außer Haus von Desig­nern anfertigen.

Neben frisch geschlachtetem Straußenfleisch findet man auch Wurst, Leberkäse und Streichwurst vom Strauß. Das Fleisch zeichnet sich durch niedrigen Fett- und Cholesteringehalt aus, weist aber dabei einen hohen Eiweiß- und Eisengehalt auf. Geschmacklich erinnert es an Rinderfilet und zergeht auf der Zunge. Schon im Mittelalter wurde es von Hildegard von Bingen als „Gesund- und Heilfleisch“ zur Stärkung gepriesen.

Übrigens: Die Wiedemanns betreiben neben der 2010 gegründeten Straußenzucht auch eine traditionelle Landwirtschaft mit 80 Milchkühen.

Dieter Roettig

Auch interessant

Meistgelesen

Landsbergs Finanzen sind bald wieder "live"
Landsbergs Finanzen sind bald wieder "live"
Golf brettert Mercedesfahrer ins Bein
Golf brettert Mercedesfahrer ins Bein
Gabriele Uitz kandidiert als Bürgermeisterin
Gabriele Uitz kandidiert als Bürgermeisterin
Das war’s im Rathaus
Das war’s im Rathaus

Kommentare