Streiche das "Aufgeschlossen" – Edeka-Logistikcenter: Kauferinger Gemeinderat hält sich zurück – Mehr Informationen

„Der Marktgemeinderat steht der Ansiedlung eines Edeka-Regional-/Zentrallagers aufgeschlossen gegenüber.“ Auf diese Formulierung von Bürgermeister Dr. Klaus Bühler wollten sich die Ratsmitglieder auf ihrer jüngsten Sitzung nicht einlassen. Die positive Beschlussfassung, stieß mehrheitlich auf Ablehnung. Grund: Alle Fraktionen forderten noch deutlich mehr Informationen, um letztlich eine Ent- scheidung über die Ansiedlung treffen zu können. Der Rathauschef wurde daher bei einer Gegenstimme (Alex Glaser, GAL) beauftragt, weitere Details zu beschaffen – vor allem mit Blick auf die mögliche Lärm- und Lkw-Verkehrsbelastung.

Gleich zu Beginn der Gemeinderatssitzung verkündete Dr. Bühler dem Gremium, dass der Lärmschutz wohl eingehalten werden könne: „Es steigt bereits weißer Rauch aus dem Kamin.“ Er nutze noch einmal die Gelegenheit, den Ratsherren und -damen mitzuteilen, dass das Sommerloch in der Bilanz des Biomasseheizkraftwerkes mit eingeplant war. Damit wehrte er sich gegen die vielfach an ihn herangetragenen Vorwürfe, es sei zu groß geplant worden. Fakt sei vielmehr, dass auch im Sommer Wärme anfalle, die schon allein aus ökologischer Sicht genutzt werden sollte. Immerhin könnten so rund 12400 Megawatt mehr Energie erzeugt und damit auch verkauft werden. Das Geld würde letztlich der Erweiterung des Nahwärmenetzes zugute kommen. Prof. Dr. Michael Kortstock (UBV), der der Ansiedlung des Logistikzentrums eine „immense Bedeutung“ beimisst, die „alle anderen Projekte Kauferings in den Schatten stellt“, warnte davor, „unser gutes Kraftwerk jetzt in die Negativschlagzeilen zu rücken“. Vielmehr gilt es den im Raum stehenden emotionalen Argumenten belegbare Fakten gegenüberzustellen, um letztlich eine objektive Entscheidung treffen zu können. Konkrete Zahlen zur aktuellen Auslastung der Anlage forderte auch Thomas Wiesmann (SPD). Er stellt die Frage zur Diskussion, ob tatsächlich eine wirtschaftliche Krise ins Haus steht, die es notwendig macht, das Biomasseheizkraftwerk weiter auszulasten. Zumal bei der jüngsten Präsentation der Zahlen (der KREISBOTE berichtete) von einem Sommerloch nicht die Rede gewesen war. Darauf Bühler: „Ich habe langsam den Eindruck, als wolle man mich mit dem Sommerloch blöd dastehen lassen. Fakt ist, wir haben eine Anlage auf höchstem ökologischen Niveau, die es weiter auszulasten und zu optimieren gilt.“ Rücken- oder Gegenwind? Hans Koch (SPD) merkte an, dass es in der Bevölkerung viele Vorbehalte gegen die Edeka-Ansiedlung gibt. Vor allem der enorme Flächenverbrauch von rund 25 Hektar und die damit einhergehende landschaftliche Veränderungen sowie die zu erwartende Lärmbelastung stünden im Fokus. Daher würde er es sehr begrüßen, wenn die Bevölkerung im Rahmen eines Ratsbegehrens mit in die Entscheidungsfindung einbezogen werde. „Wir sollten schauen, ob uns Rücken- oder Gegenwind erwartet.“ Ein Ratsbegehren zum jetzigen Zeitpunkt hält Dr. Karin Lau (UBV) für verfrüht, da die Emotionen zu hoch kochen und Vieles nur auf Vermutungen beruht. „Im Moment würden wir vom Bürger nur eine reine Bauchentscheidung erhalten.“ Für ein Ratsbegehren sprach sich auch Johann Drexl (UBV) aus. Er signalisierte zudem, dass er nicht mitmachen würde, wenn, wie von Dr. Bühler optional angekündigt, die Gemarkungsgrenze zugunsten der Stadt Landsbergs verschoben würde.“ "Horrorszenario" Für Rosina Heinle (CSU) stellt sich das Projekt, vor allem mit der zu verbauenden Fläche bis dato als „Horrorszenario“ dar. CSU-Fraktionssprecher Meinrad Mayrock forderte ebenfalls verlässlichere Zahlen über Gewerbesteuer und Ar- beitsplätze. Er betonte, dass eine Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt zu früh sei. Nicht konsensfähig präsentierte sich die GAL. Gabriele Triebel hatte sich bereits gegen das Logistikzentrum ausgesprochen, war aber damit einverstanden, Dr. Bühler mit dem Sammeln weiterer Fakten zu beauftra- gen. Alex Glaser lehnte das ab und Fraktionskollege Hans-Jörg Pilz steht den Plänen offen gegenüber: „Ich weiß nicht, was man sonst mit dieser Fläche machen sollte.“

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