Streichkonzert führt zur Null

Sein Streichkonzert fortgeführt hat der Dießener Finanzausschuss. Im zweiten Teil der Beratungen konnten die Ausschussmitglieder das Defizit des Haushaltsentwurfs von 565000 Euro auf Null bringen. Eine Schuldenauf­nah­me ist damit heuer nicht notwendig. Bei der Entnahme von knapp drei Millionen Euro sind die Rücklagen aber komplett aufgebraucht. Dass man für die nächsten, finanziell schwierigen Jahre, nun keinerlei Reserven mehr hat, war es dann auch, was den Gemeinderäten Unbehagen bereitete. Sie nahmen die Haushaltsansätze im Vermögenshaushalt, die Kämmerer Max Steigenberger vorstellte, Punkt für Punkt unter die Lupe, wobei bei einigen Auflistungen Klärungsbedarf bestand.

Mit knapp 200000 Euro ein großer Posten ist etwa die Ausgabe für die Feuerwehr mit ihren sechs Ortswehren. Feuerwehrreferentin Hanni Baur (SPD) hatte schon in der ersten Haushaltssitzung den Vorschlag gemacht, eine Prioritätenliste zu erstellen für alle Bereiche der einzelnen Feuerwehrhäuser inklusive der Ausrüstung. „Wir müssen alle an einen Tisch bringen, damit alle den gleichen Wissensstand haben“, so Baur. Franz Sanktjohanser warnte davor, bei Anschaffungen aufgrund arbeitsschutzrechtlicher Auflagen länger als nötig zu warten, damit nicht von heute auf morgen eines der Feuerwehrhäuser dicht gemacht werde. Edgar Maginot bekräftigte nochmals, dass es bei den konkreten Nachfragen – nicht nur bei der Feuerwehr, sondern in allen Bereichen – darum gehen müsse, wegen der desaströsen Haushaltslage nicht mehr einfach nur alles abzunicken, sondern zu hinterfragen, was genau hinter den Zahlen stecke. Große Einschnitte nimmt die Marktgemeinde bei den Planungen der Straßen vor. So wurden beispielsweise beide Querungshilfen samt der notwendigen Aufweitung an der Lachener Straße gestrichen. Zwar steht die Planung bereits, aber diese Ausgaben könne man nach Ansicht von Michael Behrendt (UBV) „ohne Bauch­weh“ schieben. Weil aber die Gefahr gerade im Bereich Seestraße für Fußgänger weiterhin besteht und auch Radfahrer aus Sicherheitsgründen häufig den Gehsteig benutzen, wurde als Bremse für Autofahrer eine mobile Fußgängerampel, ähnlich der in Riederau, vorgeschlagen. Dafür wurden rund 10.000 Euro eingestellt. Verschoben wird auch der Ausbau am Vogelherd, wo zähe Grundstücksverhandlungen die Planung ohnehin erschweren. Der Ausbau des Forstangers, der zu 90 Prozent durch Anliegerbeiträge finanziert wird, soll jedoch gemacht werden. Auch am Bau eines Gehweges in der Grünhütlstraße will man nicht sparen. Bürgermeister Herbert Kirsch hofft, durch diese Maßnahme auch dem Ortsbus freie Bahn zu verschaffen. Dieser wird in der Grünhütlstraße immer wieder durch am Straßenrand parkende Fahrzeuge behindert. Kirsch: „Es muss Prio­rität haben, dass der Bus immer pünktlich am Bahnhof ist.”

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