Polizei greift beherzt ein

"Jetzt hole ich die Waffe!"

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Mit einer Schreckschusspistole bedrohte ein 44-jähriger Landsberger die Polizei.

Landsberg – Eifersucht und Alkohol waren im Spiel, als zwei Brüder sich im Mai vergangenen Jahres vor einer Pizzeria mit einem Gast eine Rangelei lieferten. Die beiden 44 und 49 Jahre alten Landsberger standen jetzt vor dem Strafrichter am Amtsgericht und wurden zu Geldstrafen verurteilt.

Der jüngere Bruder ist der Betreiber des Lokals, der ältere arbeitet dort als Pizzabäcker. An dem fraglichen Abend im Mai gab es Streit mit einem 41-jährigen Gast und seiner Begleiterin. Die Frau hatte als Bedienung in der Pizzeria gearbeitet und offenbar über Jahre eine Beziehung mit dem Betreiber geführt. Ihm gefiel deshalb überhaupt nicht, dass sie nun mit ihrem neuen Freund dort auftauchte.

Als es dann auch noch Unstimmigkeiten über das Bezahlen der Rechnung gab, eskalierte die Situation. Vor der Tür kam es zu einer Rangelei, in deren Verlauf der 44-Jährige offenbar sagte: „Jetzt hol‘ ich die Waffe.“ Der Gast und seine Freundin flüchteten daraufhin in die nahegelegene Wohnung der Frau.

Der Mann ging wenig später noch einmal zurück zum Lokal, um seinen verlorenen Schlüssel zu suchen – und um den älteren der beiden Brüder um Vermittlung zu bitten. Doch stattdessen tauchten kurz darauf beide Brüder vor der Wohnung der Frau auf, wo der Streit erneut auf­flammte und tätlich wurde. Der 44-Jährige packte den 41-Jährigen am Kragen und zerriss dabei sein Hemd, der 49-Jährige schlug ihm mit der flachen Hand auf den Rücken, so dass er mit der Hüfte gegen ein Geländer knallte.

Später in der Nacht klingelte die herbeigerufene Polizei bei dem jüngeren Bruder an der Wohnungstür. Der öffnete zwar – aber mit einer Schreckschuss­pistole in der Hand. „Ich habe die Waffe gesehen, bevor ich ihn gesehen habe“, beschrieb einer der Beamten im Zeugenstand die Situation. Mit einem Griff habe er dem 44-Jährigen die Pistole abnehmen und ihn selbst aus der Wohnung ziehen können – spärlich bekleidet und lauthals schimpfend. „Er war nicht einsichtig“, so der Beamte. Eine Blutuntersuchung ergab einen Alkoholpegel von knapp 1,7 Promille.

„So überflüssig wie nur irgendwas“ sei der Vorfall gewesen, tadelte Richter Alexander Kessler später in der Urteilsbegründung. Die beiden pakistanisch-stämmigen Brüder, die seit 30 Jahren in Deutschland leben, hatten zuvor noch nie Ärger mit der Polizei gehabt. Er liege nächtelang wach und ärgere sich über den Vorfall, sagte der 48-Jährige reumütig. „Ich weiß bis heute nicht, wie das alles passiert ist. Wir sind friedliche Menschen.“

Der jüngere Bruder wurde wegen gefährlicher Körperverletzung in einem minder schweren Fall, Sachbeschädigung und Bedrohung zu einer Geldstrafe von 4.500 Euro verurteilt. Der Ältere muss 1.350 Euro an die Staatskasse überweisen. Beiden waren zuvor im Gegenzug für ein Geständnis Strafen in dieser Höhe in Aussicht gestellt worden.

Ulrike Osman

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