Strom von der Deponie

Auf seinen ehemaligen Deponien in Egling und Penzing möchte der Landkreis die Energiewende in Form von Solaranlagen umgesetzt wissen. Foto: Lorenz

„Wir leisten damit einen Beitrag zum Gelingen der Energiewende.“ CSU-Fraktionschef Dr. Manfred Rapp und der Kreisausschuss war mit ihm. Zufrieden nahm er jüngst zur Kenntnis, dass zwei Gemeinden einen Bebauungsplan für Fotovoltaik­anlagen in Auftrag geben. Infrage kämen die Deponien in Penzing und Egling, allerdings investiert der Landkreis laut Beschlussvorlage nicht selbst. Die Anlagen sollen an Investoren verpachtet werden, der Landkreis trete hierbei als „Juniorpartner“ auf, wie Landrat Walter Eichner betonte.

Ob die beiden Mülldeponien in Egling und Penzing geeignet sind, sollte eine Machbarkeitsstudie klären, die nun Uwe Ilgemann von der Firma Invecco vorstellte. Wichtigste Auflage für den Bau einer Fotovoltaikanlage auf den Deponien sei es, diese nicht zu beeinträchtigen oder gar zu beschädigen. Laut Ilgemann ist der Bau auf beiden Deponien problemlos möglich. In Egling stünden 1,6 Hektar ebene Fläche zur Verfügung. 2,3 Hektar seien es in Penzing, allerdings habe das Gelände eine Neigung von vier Grad in Richtung Norden. „Die Solar-Module dürfen sich nicht verschatten“, erklärte Ilgemann. Aufgrund des leichten Nordhanges müsse der Abstand zwischen den Modulreihen größer sein. Die Wirtschaftlichkeit stellte Uwe Ilgemann in einer realitätsnahen Simulation dar. In Penzing müsse man rund 643000 Euro investieren, in Egling etwa 900000, dafür sei dort der Ertrag höher. „Im ersten Jahr beläuft er sich auf 103000 Euro bei 15,95 Cent pro Kilowattstunde“, erklärt der Experte. In Penzing hingegen beliefe er sich über den gleichen Zeitraum auf 74000 Euro. „Beide Standorte sind absolut geeignet und auch rentabel.“ Die nächsten Schritte zur Realisierung des Projekts seien es, eine Anfrage beim Netzbetreiber zu stellen und einen Pachtvertrag mit den Eigentümern der Deponiefläche abzuschließen. In Egling gehören etwa 8500 Quadratmeter einem privaten Eigentümer, 3800 dem Landkreis. In Penzing gehört der Großteil von 7000 Quadratmetern der Gemeinde. „Als nächstes wird ein Bebauungsplanverfahren eingeleitet“, so Ilgemann. „Aus unserer Sicht ist es möglich eine Anlage bis Jahresende fertigzustellen.“ „Die Gemeinden sehen das Vorhaben positiv und Penzing möchte sogar möglicherweise als Investor auftreten“, sagte Landrat Walter Eichner. Einstimmig sprachen sich die Mitglieder des Kreisausschusses dafür aus, dass der Landkreis nicht selbst investiert, sondern mit interessierten Investoren über die Anpachtung verhandelt. „Wir sind dann sozusagen der Juniorpartner“, meinte der Landrat. Abschließender Kommentar von UBV-Kreisrat Georg Krackhardt: „Wir reden nicht nur, wir tun auch was.“

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