Koordinieren und vernetzen 

Stützpunkt für die Pflege im Landkreis Landsberg

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Alles aus einer Hand: Im Landratsamt soll der Pflegestützpunkt Angebote vernetzen und koordinieren.

Landkreis – Im Bereich der Pflege gibt es zahlreiche Angebote. Überblick für die Betroffenen tut Not. Den soll nun auch im Landkreis Landsberg ein Pflegestützpunkt bieten. Er gewährleistet unabhängige Auskünfte und Beratung zu rechten und Pflichten, koordiniert alle Angebote und vernetzt diese. „Der Stützpunkt ist die zentrale Anlaufstelle für Pflegefragen“, fasste Landrats Thomas Eichinger (CSU) im Kreisausschuss zusammen. Dass die Einrichtung Not tut, zeigen die Zahlen: Im Jahr 2030 werden gut 30.000 Menschen im Landkreis leben, die 65 Jahre und älter sind. Und davon sind mehr als 4.000 pflegebedürftig.

Angebote gibt es im Landkreis laut Betriebskonzept, das der Koordinator des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts des Landkreises Rais Parsi im Kreisausschuss vergangene Woche vorstellte, einige: acht vollstationäre Pflegeeinrichtungen, 16 ambulante Pflegedienste, eine Kurzpflegeeinrichtung, viermal Tagespflege, zwei Hospiz- und Palliativvereine und auch die Fachstelle für pflegende Angehörige. Alle sollen in Zukunft im Hauptgebäude des Landratsamtes im Pflegestützpunkt koordiniert und vernetzt werden. Sowohl Beratung, telefonisch und auch persönlich, wird angeboten, aber auch Hausbesuche sollen möglich sein.

Geplant sei eine Öffnungszeit von vier Tagen pro Woche, insgesamt 18 Stunden, berichtete Parsi. Dazu kommen Sprechstunden in den Gemeinden oder direkt bei den Betroffenen vor Ort. Man habe sich für das Angestelltenmodell statt einer Kooperation mit einem Unternehmen entscheiden, „da nur hier Hausbesuche sinnvoll möglich sind“, so Parsi.

Als „Lenkungsgremium“, das alle Entscheidungen treffen wird und das einstimmig tun muss, sollen jeweils ein Vertreter des Bezirks, der AOK als Repräsentant der anderen Krankenkassen und ein Vertreter des Landratsamtes – in diesem Fall Parsi selbst – dienen. Die AOK habe man gewählt, da sie vor Ort sei. Personell seien zwei Stellen angedacht, eine Vollzeitstelle und eine Stelle mit 30 Stunden pro Woche. Letztere wird die Diplomsozialpädagogin Jutta Bährle besetzen, die Leiterin der Fachstelle für pflegende Angehörige, die mit in den Stützpunkt integriert wird. „Für die volle Stelle ist eine Pflegefachkraft geplant“, so Parsi. Deren Ausschreibung starte demnächst. Bährle habe auf maximal 30 Stunden bestanden. Die restliche Stelle könne bei Bedarf für Supervision oder Beratung abgeschöpft werden. Wenn der Bedarf hier höher ausfalle, werde man die Stelle ausweiten.

Zur Planung des Pflegestützpunktes habe man sich bereits bestehende in Neuburg und Würzburg angeschaut, so Andreas Graf, leitender Verwaltungsmitarbeiter. Der Vertrag werde zwischen dem Bezirk und den Kassen geschlossen. Momentan prüfe eine Kommission noch den Vertrag.
Susanne Greiner

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