Lechstaustufe in Epfach:

Tiefes Loch am Kraftwerk

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Für rund 600000 Euro errichtet die E.ON unterhalb des Epfacher Kraftwerks (Foto) eine Stützwand aus Bohrpfählen, um weitere Ausspülungen zu verhindern.

Epfach – Eine Stützwand aus Bohrpfählen muss her. Ab Montag und voraussichtlich bis kurz vor Ostern werden Bauarbeiten zur Sanierung am Lechkraftwerk Epfach durchgeführt. Diese sind notwendig, weil die Kraft des Wassers hinter dem Kraftwerk den Flussgrund ausgespült hat. E.ON investiert jetzt über 600000 Euro für die Anlagensicherheit.

Wie E.ON-Sprecher Theodorus Räumschüssel erläutert, erstreckt sich im Anschluss an das Kraftwerk ein „Nachboden“ über die gesamte Breite des Kraftwerks. „Das ist eine Betonfläche am Grund des Flusses, die verhindern soll, dass das Wasser, das aus den sechs Turbinen des Kraftwerks strömt, den Untergrund ausspült.“ Aufgrund vergangener Hochwasser mit überdurchschnittlichen hohen Abflüssen sei direkt hinter dem Nachboden eine Ausspülung entstanden, die, würde sie ungebremst fortschreiten, die Stabilität des Nachbodens langfristig gefährden würde.

Zur nachhaltigen Stabilisierung des Nachbodens lässt die E.ON deshalb über eine Länge von rund 70 Meter eine Wand aus baustahlverstärkten Betonbohrpfählen einbringen, die die Kante des Unterboden unterfangen und schützen wird. „Um die Stabilität der einzelnen Bohrpfähle zu sichern, werden diese vier Meter in den Flinz eingebracht“, so Räumschüssel, die entstandene Ausspülung von bis zu fünf Meter Tiefe bleibe erhalten, um als natürliches Tosbecken künftig die Energie des Wassers aufzunehmen. Sie könne sich aber dann nicht mehr in Richtung Nachboden ausdehnen.

Die Arbeiten erfolgen in zwei Phasen. Zunächst wird die in Fließrichtung gesehen linke Seite saniert, wobei die linken Turbinen des Kraftwerks dann auch nicht mehr laufen. Über die halbe Lechbreite wird unterhalb des Vorbodens eine Vorschüttung aus Kies und Felsgestein erstellt – als Arbeitsfläche, von der aus die Bohrpfähle eingebaut werden.

Das Material der linksseitigen Vorschüttung wird zum Teil auch für die zweite Bauphase nach rechts umgesetzt und kann nach Abschluss der Baumaßnahme im Lech verbleiben. Das wiederum erfreut den Fischereiverein, da der Geschiebehaushalt verbessert wird und wertvolle, neue Kieslaichplätze für die Lechfische entstehen können.

Diese erste Bauphase dauert vier bis fünf Wochen. Danach, ab März die Sanierung der rechten Seite nach dem gleichen Muster erfolgen. Die für den An- und Transport benötigten Routen seien mit den Anliegergemeinden abgestimmt, betont der E.ON-Sprecher. Er bittet die Bevölkerung dennoch um Verständnis für die damit einhergehenden Beeinträchtigungen. Aus Sicherheitsgründen könne es auch zeitweise zu Sperrungen kommen, die „gesondert angezeigt und mit Hinweistafeln und Streckenposten abgesichert“ werden.

Reumschüssel abschließend: „Die gesamte Baumaßnahme wurde mit den zuständigen Behörden, dem Landesfischereiverband und der Fischereifachberatung abgestimmt.

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