Versuch ohne Verbindlichkeiten

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In diesen ehemaligen Bauernhof am Pointlfeld möchte die demokratische Sudbury-Schule einziehen.

Dießen/Dettenhofen – Nach dem ersten Anlauf mussten Hausaufgaben gemacht werden. Der Antrag des Vereins Sudbury-Schule München auf eine Schulgründung im Ortsteil Dettenhofen wurde im Herbst zurückgestellt. Kürzlich wurde ihr Antrag auf Bauvorbescheid im Gemeinderat mit 23:1 abgesegnet.

Im September soll der Schulbetrieb am Pointlfeld 4 mit 30 bis 40 Schülern aufgenommen werden. Langfristig sind etwas 80 Schüler eingeplant. In Sudbury-Schulen wird nach demokratischen Grundprinzipien ge­lernt und gelehrt. Schüler und Lehrer sind gleichberechtigt. Die Schule soll von 8 bis 17 Uhr geöffnet sein, von 10 bis 14 Uhr ist Anwesenheitspflicht.

Im Erdgeschoss des ehemaligen Bauernhauses sind unter anderem ein Schulversammlungs-, ein Technik- und ein Essensraum vorgesehen. Im Ober- und im Dach­ge­schoss sollen insgesamt fünf Klassen- und vier Gruppenräume untergebracht werden. Entlang der Nord- und der Südseite sind jeweils sieben Gauben geplant, entlang der Süd­seite eine Außentreppe. Vier Lehrerparkplätze werden über das Pointlfeld angefahren. Zudem befinden sich sechs Eltern- und Besucherparkplätze sowie ein Parkplatz für einen Shuttlebus entlang der Staatsstraße. Das Straßenbauamt Weilheim hat bereits zugestimmt.

„Erstaunlich viele“ Dettenhofener hätte sich bei den Wahlveranstaltungen in den letzten Wochen für die Schule ausgesprochen, berichtete Michael Hofmann (Bayernpartei). Die Anwohner des Pointlfeld seien allerdings geschlossen dagegen. „Da geht ein Riss durchs Dorf.“

Die Zusage des Sudbury-Vereins, die Schule in Zukunft nicht erweitern zu wollen, wurde von einigen Gemeinderäten hinterfragt. Später könnte eventuell ein Internat gewünscht werden. Und seitens der Regierung von Oberbayern liege bereits eine Mitteilung vor, dass der Sportunterricht in Dießen stattfinden solle, gab Erich Schöpfin (SPD) zu bedenken. Zuallererst, so Bürgermeister Herbert Kirsch (DB), müsste von den Fachbehörden Gebietsverträglichkeit, Immissionsschutz und Brandschutz überprüft werden.

Über eine spätere bauliche Entwicklung habe allein der Gemeinderat zu entscheiden. Kirsch: „Wir stellen keine Bauleitplanung und keine weitere Mehrzweckhalle in Aussicht, und wir sind nicht der Schulträger“. Schon jetzt platze die Mehrzweckhalle, die von vielen Vereinen und vom Ammersee-Gymnasium genutzt wird, aus allen Nähten. „Außerdem haben wir als einziger Mittelschulstandort am Ammersee-Westufer Verpflichtungen.“

Nachrüsten?

CSU-Gemeinderat Wolfgang Salzmann erinnerte daran, dass die Sudbury-Schule als Schulversuch von der Regierung von Oberbayern unterstützt werde. Sobald die Schule anerkannt sei, werde sie nachrüsten müssen. Sein Fraktionskollege Robert Behl, der als einziger gegen den Schulstandort votierte, wollte wissen, warum die Schule ausgerechnet in einem ehemaligen Bauernhof in Dettenhofen entstehen soll, wo doch in Bayern viele kleinere Schulen geschlossen werden und leer stünden.

Ursula Nagl

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