Kultur am Mutterturm

Töpferkunst vor traumhafter Kulisse

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Die Kulisse ist immer wieder beeindruckend: Nicht umsonst erfreut sich der Süddeutsche Töpfermarkt im Herkomer-Park mit Blick auf das Lechwehr und die Landsberger Altstadt großer Beliebtheit.

Landsberg – Wie Handwerk und Kunst sich ergänzen, das konnten die Besucher am vergangenen Wochenende beim 37. Süddeutschen Töpfermarkt erfahren und besichtigen. Veranstaltet von der Stadt standen künstlerische Aspekte in diesem Jahr klar im Vordergrund. So erstaunt es nicht, dass der Adam-Vogt-Preis für eine aufwendig gearbeitete Skulptur von Ute Sybille-Belser aus dem Saarland vergeben wurde.

„Es geht darum, wie man den Raum in die Bewegung bringt“, beschreibt die Keramikmeisterin, Belser, ihre Siegerplastik „Zusammen“. Eine Menschengruppe, deren Bewegung für die Ewigkeit eingefroren ist, überzeugte die achtköpfige Jury, bestehend aus dem Oberbürgermeister Mathias Neuner, dem künstlerischen Leiter Alfred Hering, dem dritten Bürgermeister Axel Flörke und seiner Frau, Kulturbüroleiterin Claudia Flörke, Museumsleiterin Sonia Fischer, Marlen Labus vom Regionalverband Bildender Künstler und dem Stadtheimatpfleger Dr. Werner Fees-Buchecker, sofort.

Töpferkunst am Mutterturm

Licht und Schatten hatten die beiden anderen Nominierten inspiriert. Lydia Braune erhielt für ihre filigran gearbeiteten Gefäße in Steinzeug den zweiten Platz, eine von Licht und Leere durchbrochene Kugel der Südtirolerin Elena Arosio wurde auf den dritten gewählt. Am Samstagabend wurde der Adam-Vogt-Preis Vogt erstmals öffentlich und in feierlichem Rahmen verliehen.

Die Qualität der Töpferwaren sei in diesem Jahr insgesamt sehr hoch gewesen, betonte Marktleiter Alfred Hering. Angereist aus Deutschland, Italien, Frankreich und Ungarn präsentierten etwa 60 Aussteller, darunter 15 neue Teilnehmer, im Herkomer-Park Alltagsgeschirr, Dekorationselemente und Kunst. Mal filigran, mal abstrakt oder dekorativ – es war für jeden Geschmack etwas dabei.

Für Furore unter den Besuchern sorgte ein Stand mit Baukeramik. In Größe und Ausferti- gung einzigartig gestalten Roland Lirk-von Becker und seine Frau Gartenmöbel und große Plastiken. Mit Montagetechnik und unter Nutzung verschiedener Materialien entstehen so wetterfeste Unikate wie etwa eine mehrere Meter hohe Sonnenuhr oder ein aufwendig gestalteter Torbogen.

Ideales Ambiente

Kreativ waren viele Aussteller auch bei der Präsentation. „Ich habe meinen Tisch wieder ins Wasser gestellt“, erklärte Jeanette Arndt, die letztjährige Preisträgerin für den schönsten Stand. Auffällig inszeniert oder akkurat aufgereiht wurden die Waren ins rechte Licht gerückt: es gab eine aus Ton gefertigte Feuerstelle, getöpferte Frösche saßen im Papierbach und der Blick auf die Altstadt wurde von Keramikblumen eingerahmt. „Es ist das ideale Ambiente.“, stellte OB Neuner fest und sprach mit dieser Einschätzung vielen Töpfern aus der Seele. „Kultur trifft Kultur; der Park wird durch den Töpfermarkt belebt“, fügt Flörke hinzu.

Der Töpfermarkt fand sowohl unter den Ausstellern als auch unter den Besuchern großen Zuspruch. Dies ist sicherlich auch auf die Organisation im Vorfeld zurückzuführen. Eingebettet in mehrere Veranstaltungen, etwa das Stadtfest, habe man eine große Besucherzahl verbuchen können. Der Markt wurde eingerahmt von musikalischer Unterhaltung, beim Kindertöpfern konnten sich die Jüngsten selbst am Handwerk versuchen und auch für das leibliche Wohl von Groß und Klein war gesorgt worden.

Seit zehn Jahren wird der der Süddeutsche Töpfermarkt nunmehr rund um den Mutterturm abgehalten. Im nächsten Frühjahr wird das Herkomer-Museum renoviert und die Veranstalter erwarten sich einen Synergieeffekt zwischen dem neuen Museum und dem Markt. Für diese Weiterentwicklung sei Unterstützung von oberster Stelle zugesichert worden, so Hering. „Auf eigenen Schwingen“, lautet der Wahlspruch Hubert von Herkomers. In diesem Sinne darf man gespannt sein, wie sich der Süddeutsche Töpfermarkt in Zukunft entwickeln wird.

Ruth Fries

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