Quartiersgarage am Bayertor?

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Die Fläche südlich des Bayertores/vor dem „Süßbräu“ wird gerne angenommen, weil man dort innenstadtnah „günstig“ parken kann.

Landsberg – Wo sollen die Stellplätze für das geplante Mehrfamilienhaus neben dem Bayertor hin? Der Bauausschuss hat kürzlich den Weg für die Errichtung einer „Quartiersgarage“ im Süden des Tores freigemacht. Allerdings möchte dabei auch der Grundstückseigentümer noch beteiligt werden.

„Da ist das letzte Wort sicher noch nicht gesprochen“, sagt „Süßbräu“-Wirt und Tiefgaragen-Bauwerber Karl Matheis gegenüber dem KREISBOTEN. „Soweit ich weiß, ist jetzt ja nur von einer öffentlichen Garage die Rede gewesen. Ich brauche aber schon auch noch ein paar Parkplätze für meine Gäste“. Details gelte es zunächst in weiteren Gesprächen zu klären. „Entschieden ist jedenfalls noch nichts.“

Damit ist offiziell weiterhin offen, ob Bauherr Wolf-Eckart Lüps, der direkt im Norden des Bayertores sein Gebäude errichten möchte, für die Wohnungen dann auch ausreichend Stellplätze anbieten kann. „Wir sollten erst einmal abschließend klären, ob wir überhaupt Parkplätze in dieser Zahl schaffen können. Ich bezweifle das“, hatte Jonas Pioch (LLM) im Bauausschuss gewarnt.

Unter dem Neubau selbst soll jedenfalls keine Tiefgarage gebaut werden, zu riskant scheint diese Variante angesichts der Nähe des historischen Turms – diese Entscheidung „begrüßte“ der Gestaltungsbeirat schon am 19. Februar. Nun verfiel man auf die Idee, weiter im Süden, direkt an der Stadtmauer eine Garage mit Ober- und Untergeschoss zu bauen. Dazu musste allerdings erst einmal der Bebauungsplan für das gesamte Jesuitenviertel geändert werden, was vom Bauausschuss jetzt mit 11:2 Stimmen abgesegnet wurde.

Angesichts der zahlreichen ober- und unterirdischen Baudenkmäler wurde außerdem schon früh das Landesamt für Denkmalpflege eingebunden. Dieses hatte eine Garage direkt am Bayertor abgelehnt, wie Alois Ganzenmüller vom Bauamt berichtete, „im Süden wäre aber grundsätzlich eine Quartiersgarage möglich.“ Dabei könne man ja möglicherweise einen Teil des Bierkellers stehenlassen, schlug CSU-Rat Berthold Lesch vor. Die Denkmalschützer selbst haben aber offenbar keine größeren Bedenken, die Gewölbe aus dem frühen 19. Jahrhundert für die Parkplätze aufzugeben, so Ganzenmüller.

Auch Matheis selbst hält die Anlage, zu der bereits sein Vater den Zugang dauerhaft verschlossen hatte, nicht für schützenswert. „Leider ist der Keller in einem schlechten Zustand und nicht mit den Schlossbergkellern vergleichbar, die top in Schuss sind“, meint der Gastronom. Derzeit seien die Räume nur riskant über einen tiefen Schacht erreichbar, „da braucht man schon eine Bergwacht-Ausrüstung.“

Für eine Beseitigung der Keller und den Bau der Großgarage hat der Ausschuss jetzt zwar die rechtlichen Voraussetzungen geschaffen, jetzt muss man sich aber noch mit Matheis selbst einig werden. Der pocht auf Stellplätze für seine Gäste. „Die Fläche ist ja den ganzen Tag zugeparkt, weil die Leute wissen, dass sie hier in der Innenstadt ihr Auto umsonst abstellen können“, sagt der Wirt. „Die Gäste müssen auf andere Straßen ausweichen. Und wenn es dann Strafzettel gibt, kommt der Gast nicht mehr.“

Ob die Garage nun kommt oder nicht – das Mehrfamilienhaus mit Anschluss an das Bayertor ist davon direkt gar nicht mehr betroffen, wie sich auf Nachfrage von SPD-Fraktions-chef Dieter Völkel (SPD) herausstellte. „Sehe ich das richtig, dass Lüps da erst zu bauen anfangen darf, wenn die Plätze geschaffen sind“, wollte er wissen. Das musste Oberbürgermeister Mathias Neuner (CSU) verneinen. „Wenn man die Sache genau betrachtet, liegt hier halt schon eine Baugenehmigung vor.“

Christoph Kruse

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