Summerpark ohne Herz und Ei

Für manche Betrachter sind die riesigen Objekte des abgetauchten Künstlers Bernd Dudek moderne Wahrzeichen der Gemeinde. Für andere sind sie maroder Betonschrott. Nach einem Be­hörden- und Verhandlungsmarathon befinden sich die Arbeiten im Summerpark seit einigen Wochen offiziell im Eigentum der Gemeinde, deren Räte bereits am 2. April 2009 die Versteigerung von Stelen, Herz und Ei beschlossen hatte. Der Beschluss kann nun umgesetzt werden.

Solange die bunte Betonkunst im Eigentum des Künstlers war, hätte sie zwar aufgrund eines Räumungstitels zwangsversteigert werden können, jedoch nur mit aufwendigen und kostspieligen Sicherungsmaßnahmen, die der Gerichtsvollzieher zur Auflage machte. Nun sollen die Ausstellungsgegenstände zunächst einen Monat lang zum Kauf an den Meistbietenden und zum Selbstabbau angeboten werden. Im Kaufvertrag wird eine Abbaufrist vereinbart, bei deren Nichteinhaltung die Ausstellungsgegenstände an den Nächstbietenden verkauft oder von der Gemeinde samt Fundament abgebaut und verschrottet werden können. Ein Beschluss, mit dem sich nach erneuter Diskussion insbesondere die CSU schwer tat. 1998, so Horst Schnappinger, sei die Dudek-Ausstellung für zwei Jahre genehmigt worden. „Und nach 14 Jahren lieben viele Uttinger diese Sachen. Wir sollten die Entscheidung der Bevölkerung überlassen.“ Der Vorschlag, zur Sanierung der Skulpturen Leader-Mittel zu bean­- tragen, wurde formuliert. Klaus Richter gab ebenso wie Alexander Noll (beide CSU) zu bedenken, dass die Ausstellung im Summerpark etwas Einzigartiges sei. Außerdem hätten rund um die Exponate bisher sämtliche Aktivitäten, ob Seebühne, Sommerfest oder -­markt, ungehindert stattfinden können. Karl Sauter (CSU) räumte ein, dass es nun an der Zeit sei, anderen Künstlern im Summerpark eine Chance zu geben, regte aber an, nicht alle Kunstwerke abzubauen, während Renate Standfest (GAL) darauf drängte, die gesamte Räumung vor Frühlingsbeginn abzuschließen. Den Vorschlag der CSU, wenigsten die Stelen zu belassen, bezeichnete Peter Noll (GAL) als Schildbürgerstreich. Die Dauerausstellung sei ja nur zustande gekommen, weil der Künst­ler abhanden gekommen sei. Mit 10:7 Stimmen einigte man sich schließlich auf die Beseitigung aller Skulpturen inklusive der Fundamente.

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