Klare Vorgaben in Leeders Osten

Neubau an „ortsbildprägender Stelle“ unterliegt strengen Vorschriften

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Blick auf Leeder. Diese Ansicht von Osten wird sich mit dem neuen Verbrauchermarkt, mit der Metzgereifiliale und dem Wohngebiet schon ab nächstem Jahr deutlich verändern.

Landkreis – Klare Vorgaben werden für den Neubau des größeren Netto-Marktes, für die Metzgereifiliale Pschorr und für das angrenzende Wohngebiet im Osten von Leeder gemacht. Eine Auflage ist, dass der Discounter mit einer Verkaufsfläche von 1.200 Quadratmetern höchstens auf einem Viertel der Fläche ein Flachdach errichten darf. Der Großteil muss entweder mit einem Satteldach oder zumindest mit einem Pultdach versehen werden.

Als sich die Räte in der letzten Sitzung mit dem Bebauungsplan für das Gebiet nördlich der Bahnhofstraße und westlich der Josef-Schöner-Straße befassten, wurde auch eine Stellungnahme aus der Bauverwaltung des Landsberger Landratsamtes behandelt. Die Behörde hinterfragte kritisch, dass für so einen langgestreckten Baukörper ein Flachdach zulässig sein soll.

Der Vorschlag von Oliver Prells vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München lautete dann, das Flachdach auf ein Viertel der eingedeckten Gesamtfläche zu begrenzen. Dafür soll aber eine Neigung zwischen null und 15 Grad möglich sein. Denn ähnlich flach ist bereits das Pultdach beim Edeka-Markt auf der gegenüberliegenden Straßenseite.

Das Grünordnerische

Mehr Augenmerk sei, so hieß es weiter in einer Stellungnahme des Landratsamtes, auf die „grünordnerischen Aspekte“ rund um den neuen Supermarktbau zu legen. Standorte von Bäumen müssten bereits im Bebauungsplan als klare Vorgabe definiert werden und nicht nur „unverbindlich eingetragen“ werden, damit das Projekt des Discounters mit der Metzgereifiliale 2019 verwirklicht werden kann.

Ein weiteres Kriterium ist der Schallschutz. Von 22 Uhr am Abend bis sechs Uhr in der Früh muss Ruhe herrschen. Einzige Ausnahme seien technische Einrichtungen wie Kühlaggregate, die aber in einem geräuscharmen Modus betrieben werden müssen. So verlangt es das Landratsamt.

Im neuen Netto-Markt, der östlich des bisherigen, nur 700 Quadratmeter großen Discounters errichtet werden soll, darf der Nonfood-Bereich nur bis zu 20 Prozent des Sortiments ausmachen. Heißt konkret: Vier Fünftel des Angebots entfallen auf Lebensmittel (inklusive Getränke). Dies verlangt die Höhere Landesplanungsbehörde, die bei der Regierung von Oberbayern angesiedelt ist.

Wunsch der IHK

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) spricht die Empfehlung aus, dass die Gemeinde Fuchstal ein Einzelhandelskonzept erstellt. Es soll in einer der nächsten Gemeinderatssitzung „vertieft beraten“ werden. Dabei soll laut IHK die „Zukunftsfähigkeit verbliebener Versorgungseinrichtungen“ im Fuchstal bewertet werden. Dies soll vor allem im Hinblick auf weniger (auto-)mobile Bevölkerungskreise geschehen.

Der Bebauungsplan umfasst am östlichen Ortsrand von Leeder eine Fläche von 2,2 Hektar. Diese ist ungefähr zu je einem Drittel in das Sondergebiet Einzelhandel (mit dem Discounter), in das Mischgebiet und auf der Nordseite in ein allgemeines Wohngebiet eingeteilt.

Johannes Jais

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