"Gute Ausgangslage"

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Pflegedienstleitung Kerstin Schülert, Susanne Jonas und Bürgermeisterin Doris Baumgartl (v. links) bei der Vorstellung neuen Leiterin.

Landsberg – Das Landsberger Heilig-Geist-Spital hat für seine letzten Monate eine neue Leitung bekommen. Susanne Jonas löst Anton Sirch ab und wurde jetzt zum passenden Termin der Öffentlichkeit vorgestellt: Während der Pressekonferenz wurde offenbar zeitgleich der Städtebauliche Vertrag für den Neubau unter notarieller Aufsicht unterzeichnet.

Jonas leitet bereits seit 14 Jahren die Einrichtung St. Hedwig in Königsbrunn für die „Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH“ (CAB – das kleine „g“ steht für „gemeinnützig“), die auch den Neubau des Pflegeheims in Landsberg und den anschließenden Betrieb übernimmt. Für Bürgermeisterin Doris Baumgartl eine gute Ausgangslage, wie sie der Presse sagte: „Wir freuen uns sehr, dass die Caritas jetzt schon in das Heilig-Geist-Spital eingebunden wird. Es ist ja ein älteres Gebäude, aber Sie werden sehen, es lebt von den inneren Werten“, meinte sie gegenüber der neuen Leitung. „Das ist dann ein harmonischer und nahtloser Übergang, zumindest schon einmal inhaltlich.“ 

Jonas wird in der Übergangszeit beide Häuser leiten, „das habe ich schon einmal beim Bau einer anderen Einrichtung gemacht“, so die 53-Jährige. Deshalb wird sie auch nur relativ selten in Landsberg zu sehen sein – zweimal einen halben Tag pro Woche hat sie für ihren neuen Zusatzjob bislang vorgesehen, „bei Bedarf aber auch öfter“. Susanne Jonas dürfte mit diesem Zeitaufwand voraussichtlich hinkommen, immerhin übernimmt sie ein funktionierendes Haus. Zusammen mit der Pflegedienstleiterin Kerstin Schülert habe sie sich das Qualitätsmanagement bereits angeschaut und dabei festgestellt, „dass vieles schon ganz ähnlich gemacht wird, für den Rest haben wir jetzt Zeit, um es auf den Standard der Caritas zu bringen.“ 

Um Mängel gehe es dabei nicht, so Schülert, „das Haus steht natürlich gut da, so wie gefordert“. Es handele sich eher um Formalitäten wie das Dokumentenmanagement. Mit dem Dienstantritt von Susanne Jonas, der eigentlich schon zum 31. August erfolgte, zieht sich der bisherige Leiter Anton Sirch aus dieser Aufgabe zurück und erklärt auch, warum: „Der Schritt war notwendig, nach dem Pflege- und Wohnqualitätsgesetz wird inzwischen eine Zusatzausbildung verlangt, die ich nicht habe, weil ich den Posten mit einer Unterbrechung wahrgenommen habe. Damit hätten wir keine Zulassung mehr gehabt.“ Ganz verloren geht Sirch dem Heilig-Geist-Spital aber nicht, er sei zwar „nicht mehr Ansprechpartner“, habe von der Stadt aber jetzt den Auftrag der „wirtschaftlichen Begleitung“ des Hauses erhalten.

„Es handelt sich ja um städtische Gelder, städtische Angestellte und die Stadt muss den Abschluss auch machen.“ Der weitere Weg des Spitals ist damit inzwischen auch terminlich recht klar vorgezeichnet. Als Termin für den Spaten- stich hat man sich inzwischen auf den 24. Oktober verständigt. „Dann werden wir sicher eineinhalb Jahre bauen“, vermutet Susanne Jonas. Aus dem ursprünglich avisierten Eröffnungstermin zum Jahresende 2015 dürfte somit möglicherweise April oder Mai 2016 werden. Ob sie selbst Interesse an der Leitung des Neubaus hat, lässt sie explizit offen, „das kann ich im Moment wirklich noch nicht sagen.“ 

Die Pflegedienstleitung betont, dass bis dahin alles wie bisher bleibt. „Bis das neue Haus steht, läuft der Betrieb normal weiter, wir nehmen auch weiterhin neue Bewohner auf“, so Kerstin Schülert. Zwar werden auch die (momentan 43) Bewohner des Heilig-Geist-Spitals rund ein halbes Jahr vor der Schließung des Hauses die Kündigung bekommen, wie Anton Sirch erklärt, sie erhielten aber zeitgleich ein Angebot für das neue Haus der CAB – und haben seiner Ansicht nach einem klaren Vorteil: „Sie können sich unter 117 Zimmern die schönsten aussuchen.“ 

Dass der Umzug für viele der älteren Mitbürger dennoch nicht einfach werden wird, weiß auch Susanne Jonas. „Da kommt soviel Neues auf sie zu, da ist es gut, wenn die Strukturen dann schon einmal passen.“ Wobei Bürgermeisterin Baumgartl darauf setzt, dass nicht alles neu wird. „Wir gehen schon davon aus, dass der Geist des Heilig-Geist-Spitals erhalten bleibt“, meinte sie gegenüber Jonas – diese versicherte: „Ja, man kann ja auch nicht alles einfach überstülpen.“

Christoph Kruse

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