Den Vogel fliegen lassen

Sväng trifft Lechner, Finnland trifft Wien

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Otto Lechner (links) mit „Sväng“ (von links): Eero Grundström, Jouko Kyhälä, Pasi Leino und Eero Turkka.

Landsberg – Riesenapplaus für „crazy moments“. Mit „Otto Lechner meets Sväng“ präsentierte das Stadttheater ein Konzert mit dem Wiener „Akkordeonvisionär“ Otto Lechner und dem Mundharmonikaquartett Sväng aus Finnland. Die fünf Künstler begeisterten nicht nur mit einem Programm aus Eigenkompositionen und -adaptionen. Das Quintett verkündete auch humorvolle Anekdoten. Nach zwei Zugaben verabschiedeten Lechner und Sväng das Publikum mit einem klangvollen „Gute-Nacht-Lied“, das dem Wiener Akkordeonist auf einer Reise in Nepal „eingefallen wurde“.

Vier Herren mit schickem Anzug, glitzernden Ringen und spitzen Schuhen betreten die Bühne. Eero Turkka, Eero Grundström, Jouko Kyhälä und Pasi Leino alias Sväng eröffnen den Abend mit Highlights aus ihrem umfassenden Repertoire an Eigenstücken und Arrangements. Mit einer Bass-, zwei Sopran-Mundharmonikas und einer Harmonetta beweisen die Finnen, dass ein Mundharmonikaquartett es mit einem ganzen Orchester aufnehmen kann. Sväng (schwedisch für „Wende“) will mit seinem Quartett den vielseitigen, voluminösen Klang seiner außergewöhnlichen Instrumente ins Rampenlicht rücken: Turkka und Grundström liefern mit unterschiedlichen „klassischen“ Mundharmonikas die Melodien. Ein besonderes Highlight: die Wender-Mundharmonika, die Turkka im Schnelltempo beidseitig bespielt. Leino liefert mit seiner Bassharmonika, einem „Toaster“-ähnlichen Blasinstrument, die tiefen Töne. Und Kyhälä liefert die Akkorde mit der Harmonetta, einem deutschen Instrument zwischen Akkordeon und Mundharmonika aus den 1950er Jahren. Ob bei Volks-, Gypsy-, klassischer Musik oder sogar Tango – „Finnlands Nationaltanz“, so Turkka: Der Funke springt über. Und das Publikum ist begeistert.

Nach der Pause betritt Akkordeonist Otto Lechner die Bühne. Wer Lechners „Kosmos“ kennt, weiß: Es wird ein fantasie-, gefühl- und humorvoller Abend. Und so beginnt der „Akkordeonvisionär“ sein erstes Solo mit einem Haydn-Streichquartett und der Erzählung des dazu gehörigen Bildes. Spätestens dann ist jedem klar, dass der Österreicher und die vier Finnen „Blutsbrüder“ sind und sie die gleiche Freude am Spielen und Experimentieren eng verbindet. Das Quintett nimmt das Publikum mit auf eine klangvolle Reise von Westeuropa nach Nepal über den Balkan und Japan. Dabei plaudern die Künstler aus dem Nähkästchen: Beispielsweise wie Kyhälä das erste Mal den „Crazy Austrian Wizard“ kennengelernt hat. Oder was der hausgemachte Schnaps eines bulgarischen Schwiegeropas mit dem psychedelischen Sound einer Sväng Komposition zu tun hat. Otto Lechner sagte einst: „Sie werden jetzt vielleicht sagen, wir hätten einen Vogel... Ich sage Ihnen: Wir werden diesen Vogel fliegen lassen“. Am Mittwochabend sind im Stadttheater mit „crazy moments“ Schwärme herumgeflogen.

Jamila Tazit

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