Sylvan Rentel aus Landsberg:

Mit „Grünen Netzen“ in der Stadt zum Deutschen Nachhaltigkeitspreis

Sylvan Rentel - Landsberg - Urban Pergola
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Urban Pergola macht‘s möglich: viel Grün in der Stadt.

Landsberg – Wo schattenspendende Bäume fehlen, heizen sich Gebäude in der sommerlichen Mittagshitze unangenehm auf. Mit einer Lösung für dieses Problem haben sich vier Studenten der Hochschule Bremerhaven intensiv beschäftigt. Einer von ihnen: der Landsberger Sylvan Rentel. Mit dem Projekt „Urban Pergola“ wurde er zusammen mit seinen Kommilitonen von einer Expertenjury für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis Forschung nominiert. 

Gleich nach dem Abitur zog es Sylvan Rentel in den Norden der Republik. Seit zweieinhalb Jahren lebt der gebürtige Landsberger in Bremerhaven und studiert Biotechnologie der marinen Ressourcen. Als passionierter Segler verbringt er seine Freizeit oft auf seinem selbst hergerichteten Segelboot. Einige Male im Jahr zieht es den 24-Jährigen zurück an den Lech, um Freunde und Familie zu besuchen. Sein Studium hat für ihn jedoch oberste Priorität. Gerade das Thema Nachhaltigkeit interessiert ihn schon länger. So beschäftigte er sich an der Hochschule unter anderem mit dem Thema Rooftop Gardening und baute, gemeinsam mit seinen Kommilitonen, Hochbeete auf dem Campusgelände.

Für den Deutschen Nachhaltigkeitspreis nominiert (von links): Julian Schöne, Sylvan Rentel aus Landsberg, Lina Becker und Marcel Conrad.

Dass sie mit ihrer aktuellen Projektidee überhaupt eine Chance gegen die Konkurrenz haben, hätten die Studierenden nicht gedacht. Und fühlten sich beim virtuellen Ideenwettbewerb für den Nachhaltigkeitspreis Forschung zum Thema urbane Bioökonomie eher wie Außenseiter: „Fast alle hatten Doktortitel und aufwändige Projektideen“, erzählt Rentel ganz offen. Einschüchtern ließen sich die Studenten aber nicht davon. Und wurden für ein Konzept nominiert, das einfach und innovativ ist: die ‚Urban Pergola’.

Das Prinzip ihres ‚natürlichen Sonnenschutzes’: Mit Fasermaterial bespannte Stahlnetze sollen vor Gebäuden installiert und mit schnell rankenden Pflanzen begrünt werden. Das kühlt nicht nur die Umgebung, sondern filtert auch die Luft auf natürliche Weise. Insekten und Vögel bekommen in dem grünen Dach ein neues Zuhause. Die Netze können im Winter, wenn keine Beschattung gewünscht ist, entfernt und im Frühjahr einfach wieder installiert werden. Werden sie mit Nutzpflanzen wie Wein berankt, lassen sie sich zudem als Fläche für Urban Farming nutzen. Weiterer Vorteil: Das lose Blätterdach lässt Sonnenlicht durch, ohne dass der kühlende Effekt verloren geht.

Urban Pergola: mit wenig Aufwand zu viel Grün.

Für alle nominierten Ideen gibt es nun ein Voting – und Sylan Rentel freut sich über jede Stimme: am kommenden Samstag, 7. November, auf www.forschungspreis.de. Zudem werden alle Konzepte letztmals am heutigen Mittwoch, 4. November, um 18:30 Uhr in der Wissenschafts­sendung ‚nano’ bei ZDF/3Sat ausgestrahlt. Alle Voting-Teilnehmer können hier Online-Tickets für den Kongress des Deutschen Nachhaltigkeitstages gewinnen.

Derzeit beschäftigen sich Rentel und seine Kommilitonen mit Detailplanungen ihrer Projekt­idee, etwa den geeignetsten Pflanzen und dem benötigten Budget. Ob es am Ende für die Auszeichnung reicht, erfährt das Quartett am 4. Dezember, wenn der Deutsche Nachhaltigkeitspreis in Düsseldorf von Bundesforschungsministerin Anja Karliczek verliehen wird. Bis dahin heißt es „Daumen drücken“.
Andrea Schmelzle

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