Hilfe vom Roten Kreuz Landsberg

„Tafeln“ in der Dießener Schatztruhe?

Schatztruhe Dießen
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Der Kleiderladen „Schatztruhe“ vom Roten Kreuz in der Dießener Prinz-Ludwig-Straße 12 würde gerne die Ausgabe von Lebensmittelpaketen für die derzeit geschlossene „Dießener Tafel“ übernehmen.

Dießen – Jetzt bahnt sich vielleicht doch eine baldige Lösung für die derzeit geschlossene Dießener Tafel an. Wetter- und coronabedingt hatte die dem AWO-Ortsverband angeschlossene Organisation schon vor Wochen ihre Aktivitäten eingestellt. Zum Bedauern vieler Bedürftiger, für die jetzt Geschäfte wie „Feinkost Loh“ in der Herrenstraße oder „Gabys Kaufladen“ in Riederau einspringen und Kisten mit Obst und Lebensmitteln an der Grenze zum Mindesthaltbarkeitsdatum zur freien Mitnahme vor die Türe stellen.

Laut Tafel-Chefin Ingrid Sämmer könne man den meist über 70-jährigen ehrenamtlichen Helfern in Pandemie-Zeiten nicht zumuten, im Traidtcasten beim Marienmünster die Waren für die „Kundschaft“ zu sortieren, zu verpacken und dann rüber in den Stephanshof zu transportieren. Dort im zugigen Kreuzgang wäre die Ausgabe mit den einzuhaltenden Abständen schwierig. Auch für die älteren Abholer bei den Lebensmittel-Spendern sei die Fahrerei im Winter problematisch. Schließlich, so Ingrid Sämmer, kämen in der kalten Jahreszeit ohnehin weniger Kunden zur Tafel.

Im Frühjahr-Lockdown hatte das Rote Kreuz Landsberg bei der Dießener Tafel mit angepackt und sechs Wochen lang ausgeholfen, damit sich die Älteren unter den Ehrenamtlichen nicht einer Ansteckungsgefahr aussetzen mussten. Auch beim aktuellen Lockdown hätte Marianne Asam, stellvertretende Geschäftsführerin des Landsberger Rot-Kreuz-Kreisverbandes, gerne der Dießener Tafel mit Manpower unter die Arme gegriffen. Das Angebot wurde aber von der Tafel-Leiterin Ingrid Sämmer bis dato nicht angenommen.

Marianne Asam hat jetzt noch ein Ass im Ärmel: Um den Älteren den mühsamen Weg rauf zum Marienmünster zu ersparen, würde sie für die Ausgabe der Lebensmittel-Pakete den Rot-Kreuz-Kleiderladen „Schatz­truhe“ in der zentralen Dießener Prinz-Ludwig-Straße 12 öffnen. Wie bei „Click and collect“ könnten die Bezieher nach dem Vorzeigen des Tafel-Ausweises ihre Pakete an der Türe entgegen nehmen.

Über dieses Angebot sind Ingrid Sämmer und Marianne Asam derzeit im Gespräch. Es wäre wünschenswert, dass es bald in die Tat umgesetzt wird. Denn zur Dießener Tafel kommen nicht nur Einheimische mit schmalem Geldbeutel, sondern Bedürftige vom ganzen Westufer.
Dieter Roettig

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