Technik zum Anfassen

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Was Technik möglich macht: Gebannt beobachten die Schüler beim „Tag der Technik“ am Dominikus-Zimmermann-Gymnasium das Ergebnis des 3D-Druckers.

Landsberg – Es war ein Mammutakt: Gut ein dreiviertel Jahr war nötig, um den „Tag der Technik“ am Dominikus-Zimmermann-Gymnasium zu organisieren. Aber Schulleiter Bruno Bayer und das gesamte Kollegium haben vollen Einsatz gezeigt. Am Freitag war es so weit, Schüler, Eltern und Interessierte konnten sich von morgens bis abends den Wundern der Technik auf anschauliche Weise nähern.

Am Vormittag galt es, die 900 Schüler des DZG durch die einzelnen Stationen des Technikparcours zu lotsen. „Wir haben sei in drei Gruppen eingeteilt, die dann rotiert konnten“, erzählt Bayer. Eine widmete sich den vorzustellenden Schulprojekten, die zweite hörte verschiedene naturwissenschaftliche Vorträge und die Dritte durfte sich je nach Interesse umsehen. Bayer ist zufrieden: „Alles hat wunderbar funktioniert.“ Dass die Schüler aufmerksam und diszipliniert mitmachten, zeige ihre Begeisterung für Technik. Große Unterstützung bekam das Lands- berger Gymnasium vom Verein Deutscher Ingenieure, dessen Vertreter Klaus Fröstel von Anfang an mit dabei war. „Er hat vollen Einsatz gegeben und vor allem den Kontakt zu den Firmen gepflegt“, berichtet der Schulleiter.

Echtes Rennfeeling

Die beteiligten Firmen und Hochschulen boten Technik zum Anfassen: Schüler und Erwachsene konnten Druckluftsteuerungen zusammenbauen, Roboter per Handy steuern oder einem 3D-Drucker bei der Arbeit zusehen. Großen Anklang fand das Racing Team Starkstrom der Hochschule Augsburg. Im Fahrsimulator konnten die Gymnasiasten den von den Studenten selbst konstruierten Rennwagen testen. Vor allem „das starke Geschlecht“ war begeistert: Mit großen Augen und voller Konzentration erlebten die Jungs echtes Rennfeeling.

Auch die Projekte des DZG selbst fanden großen Zulauf. Schüler-Facharbeiten wie zum Beispiel der Transrapid in Modellform wurden allseits bestaunt, während nebenan die von Fünftklässern gebauten Roboter mit leuchtend roten Augen um die Ecken liefen. Auf dem „physikalischen Spielplatz“ erforschten Erwachsene und Schüler die Wunder der Physik: Sie ließen mit einem elektrisch aufgeladenen Stab Sterne aus Aluminium durch die Luft schweben oder bauten die „Da-Vinci-Brücke“, die ohne Schrauben und Nagel schnell konstruiert ist und enorme Lasten tragen kann.

Die ganz Kleinen konnten ein Papierauto bauen, bei dem es auf Schnelligkeit ankam. Einer der Betreuer berichtet begeistert von der Idee eines Jungen, sein Auto mit Klebeband zu bestücken: „Er hat sofort verstanden, dass es dadurch schwerer und somit schneller als die anderen wird.“

Für Fröstel ist entscheidend, dass Jugendliche miteinander ins Gespräch kommen: „So können sie auf ihre Art Gedanken und Ideen zum Thema Technik entwickeln.“ Physik- und Religionslehrer Walter Kastenmeyer betont die Wichtigkeit einer anschaulichen Darstellung: „Wir wollen die Jugendlichen spielerisch an die Themen hinführen, damit ihr Interesse daran geweckt wird und sie auch verstehen wollen, was dahintersteckt.“

Wenig Frauen

Dennoch sei es in einigen Bereichen schwierig, Mädchen für Technik zu interessieren: So liege etwa im Fach Mechatronik an der Hochschule Augsburg der Frauenanteil bei lediglich einem Prozent, erzählten die anwesenden Studenten. Dieses Bild bestätigte sich am Tag der Technik teilweise: Während der 3D-Drucker vor allem von Mädchen umringt war, standen die Jungs vor dem Rennwagen an. An den meisten Projekten war das Interesse aber auf beiden Seiten ausgeglichen. Und spätestens am Abend waren alle fasziniert: „Die Große Physikantenshow“ bewies mit viel Humor und knalligen Effekten, dass Physik vor allem eins macht: sehr viel Spaß.

Susanne Greiner

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