Tagesklinik für Schmerztherapie und Diagnostik am Klinikum Landsberg

Um Menschen mit chronischen Schmerzen auch im Landkreis besser zu versorgen, wurde eine Tagesklinik für Schmerztherapie und Diagnostik im Haus 5 des Klinikums Landsberg eingerichtet. Seit Ende November wurden dort bereits etwa 80 Schmerzpatienten behandelt – mit ganzheitlichen Methoden, zu denen auch Körperwahrnehmung, Aromatherapie, Biofeedback und Yoga gehören. Am vergangenen Freitagnachmittag ist die Tagesklinik feierlich eingeweiht worden. Die letzten Bauarbeiten sind aber noch nicht abgeschlossen.

„In den letzten Jahren bin ich immer mit Presslufthammer im Klinikum empfangen worden“, berichtete Landrat Walter Eichner (CSU), der als erster die rund 50 Einweihungsgäste, unter anderem vom Gesundheitsministerium, örtlichen Gesundheitsamt und Klinikum begrüßte. Stets würden Baumaßnahmen laufen und das während des Krankenhausbetriebes, sagte Eichner mit Blick auf die Räume der Tagesklinik, an deren Fassade noch Baugerüste stehen. Das kalte Winterwetter sei Grund dafür, denn die Wärmedämmung der Wände könne daher noch nicht geschehen, begründete Christof Maaßen, Klinikum-Vorstand. Maaßen nahm das Bild des Gerüsts auf und erklärte, dass die Schmerztherapie wie ein Gerüst für Patienten zu verstehen sei. Ganzheitlich – von Kopf bis Fuß – und nach einem multimodalen Konzept werden die Menschen behandelt. Multimodal meint die verschiedenen Arten der Diagnose und Behandlung, die die Tagesklinik vereint. So arbeitet im Haus 5 ein zehnköpfiges Team aus Ärzten, Psychologen, Krankenpflegern, Physio- und Ergotherapeuten zusammen. „Intensivste Betreuung ist dadurch möglich“, beschrieb Dr. Christian Moser, leitender Arzt der Tagesklinik, den Vorteil der Einrichtung. Hilfe zur Selbsthilfe und Anleitungen für den Alltag wolle die neue Klinik geben. Moser ist seit Oktober 2007 im Klinikum Landsberg beschäftigt und hat bereits eine Tagesklinik für Schmerzpatienten in Neuburg an der Donau mitaufgebaut. Die Einrichtung in Landsberg habe einen schnellen und flotten Weg genommen, sagte Moser über den Weg von der Idee zur Umsetzung. Im Frühjahr 2008 sei die Baumaßnahme erst bewilligt worden. Der verantwortliche Architekt Henning Lensch bezeichnete den Neubau als integrative Lösung, da der neue Gebäudeteil der Tagesklinik in das vorhandene Gebäude eingesetzt worden sei. Dabei wurde eine Stahlkonstruktion auf ein bestehendes Flachdach gebaut. 500 Quadratmeter neue Fläche ist entstanden. Nach Übergabe eines symbolischen Schlüssels in Brezelform von Lensch an Christof Maaßen segneten Pfarrer Rainer Hartmann und Pfarrerin Regine Weller die Räume und die Einweihungsgäste konnten sich in den Tagesklinik-Räumen umsehen. Momentan läuft, laut Stundenplan im Personalzimmer, die Therapiegruppe 11 in Woche 2. Acht Patienten werden dabei über einen Zeitraum von fünf Wochen, täglich von 9 bis 16.30 Uhr behandelt. Daneben gibt es eine Seniorengruppe, die mit abgewandelten Behandlungsplan, den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht werden will. Das Ärzte- und Therapeutenteam betreut dabei nicht nur einzeln. „Es gibt Patientengruppen, in denen sich die Schmerzpatienten austauschen und voneinander profitieren können“, gibt Gerlinde Gillich Auskunft beim Gang durch die mehr als zehn Räume, die sich auf zwei Etagen verteilen. Das sei zudem zeitsparend, da Informationen, die sich an alle Patienten richten, auf einmal mitgeteilt werden könnten. „Nicht nur die Behandlung sondern bereits die Diagnostik geschieht hier interdisziplinär, von mehreren Stellen aus“, betont Psychologin Gillich den Patientenvorteil. Diagnostiziert und behandelt werden: zum Beispiel Gelenk-, Knochen- und Muskelschmerzen, Nervenschmerzen und Kopfschmerzen – Schmerzen, die häufig zu chronischen Leiden werden. Die Tagesklinik in Haus 5 wirkt wie eine Klinik in der Klinik – mit eigenem Sekretariat für die Anmeldung, Wartezone und Gruppenraum. Ärzte und Therapeuten haben eigene Behandlungszimmer. Derzeit gibt es bayernweit, neben der Landsberger, 20 weitere Tageskliniken für Schmerztherapie und Diagnostik.

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