Den Takt verdoppeln

Zumindest für die Zeit des Hauptplatzumbaues wird der Stadtbustakt halbiert. Foto: Kruse

Die Lechstadt investiert während der Zeit des Hauptplatzumbaus kräftig in den Öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV): Das Stadtbusnetz wird deutlich gestärkt, das höhere Defizit nimmt man bewusst in Kauf. Die neue Lösung, die einstimmig im Stadtrat verabschiedet wurde, ist zunächst auf zwei Jahre befristet, OB Ingo Lehmann (SPD) kündigte im Stadtrat aber jetzt schon an: „Wenn das ein Erfolg wird, können wir 2014 nicht mehr zurück, das ist klar.“

Rund 500000 Euro zahlt die Stadt derzeit jährlich bei den Stadtbussen drauf. „Wenn wir den Takt verdoppeln, wird sich auch das verdoppeln, eher noch mehr. Aber wenn wir von 60000 bis 70000 Fahrgästen auf 100000 bis 150000 kommen, ist der Nutzen deutlich höher.“ Laut Lehmann stehe hier auch nicht die Wirtschaftlichkeit im Vordergrund, sondern „der Gedanke, wie man den Bürgern etwas anbieten kann, was ihnen in dieser schwierigen Umbauphase weiterhilft.“ Dazu gehöre auch ein Service, der es ermögliche, etwa zum Kino oder Theater „zumindest bei der Hinfahrt am Abend noch den Stadtbus nutzen zu können.“ Professor Hermann Knoflacher hat diesen Bereich in seiner Konzepterstellung aus diesem Grund vorgezogen, wie er sagt. Die Straßen in Landsberg seien für den ÖPNV „ungünstig, die Stadt ist einfach sehr kompakt“, stellte der Verkehrsplaner fest. Von ihm gab es ein großes Lob an ÖPNV-Experte Dietmar Winkler im Landratsamt und das Busunternehmen Eisele: „Der Fahrplan ist angesichts der Randbedingungen gut. Ich habe lange überlegt, aber mir ist nichts Besseres eingefallen. Das passt.“ Bei der CSU stieß die Taktverdoppelung auf Kritik. „Wir sind sehr skeptisch, dass das so angenommen wird. Der Gedanke ist gut, aber ein Wunschtraum“, meinte Fraktionschef Helmut Weber. „Zum Schluss steht dann ein Bus im Nadelöhr Hinteranger und der nächste auf der Neuen Bergstraße. Warum nehmen wir nicht einen Takt von 20 Minuten?“ Lehmanns Begründung: „Wir sind an die Bahn angedockt. So würde der Takt dann nur noch bei jedem dritten Bus zusammenpassen.“ Topzustand Fragen wurden auch in Richtung Christoph Eisele gestellt – zum einen bezüglich Zahl und Zustand der Busse, zudem wegen der befristeten Einstellung neuer Fahrer. Der Busunternehmer gab Entwarnung. Zusätzlich zu den neuen Bussen, die ohnehin fällig gewesen wären, sollen die bisherigen nun noch zwei Jahre weiterlaufen. „Die haben 450000 Kilometer auf dem Buckel, sind aber technisch in Topzustand. Die überleben das.“ Für zwei Jahre Fahrer suchen zu müssen, sei kein Problem. „Selbst wenn der Versuch danach scheitert, was ich mir nicht vorstellen kann, kriegen wir das hin.“ Der "neue" Stadtbus Landsberg Die wichtigsten, vom Stadtrat beschlossenen Änderungen beim Stadtbus: • Die Zeiten, in denen die Busse fahren, werden verlängert. Montags bis Freitags soll der letzte Stadtbus um 20 Uhr fahren (bisher 19 Uhr), Samstags um 17 Uhr (bisher 13 Uhr). • Der Fahrplantakt wird von 7 bis 19 Uhr (Mo. - Fr.) und 9 bis 17 Uhr (Sa.) von 30 auf 15 Minuten reduziert. • Von den Landsberger Ortsteilen aus soll ein „Stadttaxi“ installiert werden, das für einen Festpreis ein bis drei Personen zur nächstgelegenen Stadtbushaltestelle fährt.

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